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Der S04 ist wieder da
Schalke überzeugt beim 3:0-Auftaktsieg an der Weser

(Foto: Hein-Reipen)
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Bremen – Einen besseren Saisonauftakt hätte der FC Schalke seinen Fans gar nicht bereiten können. 3:0 gewonnen und dabei, wie in der Vorwoche schon, tollen Fußball gespielt. Susanne Hein-Reipen war im Bremer Weserstadion mittendrin...

Coach André Breitenreiter, die insgesamt gelungene Saisonvorbereitung und der fulminante 5:0-Auswärtserfolg in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde beim MSV Duisburg haben auf Schalke die unter Jens Keller und Roberto di Matteo etwas erlahmte Fußballbegeisterung wieder neu entfacht: So machten sich geschätzte 5.000 Schalker auf den Weg gen Norden, um den Saisonauftakt beim SV Werder Bremen live mitzuerleben. Am Ende des Tages waren sich trotz einiger Tücken alle einig: Es hat sich gelohnt, „der S-Null-Vier ist wieder da!!!“ dröhnte durchs Weserstadion.

Autobahn strapaziert Geduldsfäden

Schon bei der Anreise über die A 1 wird die Geduld des königsblauen Anhangs auf eine harte Probe gestellt, stundenlanges Stop-and-go strapaziert Nerven und Getränkevorräte. Zur allgemeinen Erleichterung funktioniert der von der Abteilung Fanbelange empfohlene Shuttleservice vom Hemelinger Damm Richtung Weserstadion reibungslos. Die Kräfteverhältnisse grün zu königsblau in den Bussen sind durchaus ausgewogen, Bremer und Schalker fiebern gemeinsam dem Saisonstart entgegen. Das „Fiebern“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, verfügen doch die meisten Gefährte weder über eine Lüftung geschweige denn eine Klimaanlage, so dass sie schnell rollenden Gemeinschaftssaunen ähneln.

 

Am Weserstadion gibt es jedoch neben den obligatorischen Fischbrötchen – was ist grün und…? – auch genügend gekühlte Getränke. Entsprechend gestärkt wird der neu gestaltete Gästebereich gestürmt: Anders als bisher sind die Gästesitzplätze nicht mehr als „Puffer“ zwischen Stehplätzen und Heimbereich im Unterrang angeordnet, sondern in eigenen Blöcken untergebracht. Die Gäste-Stehplätze reichen nunmehr bis an die Brüstung zum Unterrang, sodass als Schutz gegen Wurfgeschosse ein weiteres Netz installiert wurde und der Schalker Anhang alles zweifach kariert sieht. Auch das tut der blendenden Stimmung keinen Abbruch. „Schalke… nur Du alleine… bist meine Liebe… mein ganzes Le-he-ben!“ avanciert zum Hit der ersten Halbzeit.

Die grünweißen Fans reiben sich indes an Rückkehrer Franco di Santo auf: Ein gellendes Pfeifkonzert begleitet jeden seiner Ballkontakte, dazu gibt es Transparente wie „Di Santo: Ich liebe Werder“, „Werder ist größer als jeder Spieler“ und „Woanders hingehen? Immer Fehler!“ Die Schalker kontern mit Di Santo-Sprechchören. Der umstrittene Argentinier müht sich währenddessen als Sturmpartner von Kapitän Klaas Jan Huntelaar im Zweiersturm des 4-4-2 redlich, wird aber von seinen ehemaligen Mannschaftskameraden gut zugestellt. Die ersten Chancen der Partie gehen an den Bremer Junuzovic, Eric-Maxim Choupo-Moting und Huntelaar.

Nastasic kaputt

In der 16. Minute bleibt Matija Nastasic bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum unglücklich im Rasen hängen und muss mit starken Schmerzen im Fuß ausgewechselt werden; für ihn rückt Roman Neustädter in die Innenverteidigung. Ein Schalker im Fanblock spricht aus, was alle denken: Bitte keine weitere Seuchensaison! Später kommt die Diagnose: Achillessehnenriss, Operation und monatelanger Ausfall. Gut, dass Kapitän Höwedes wieder im Training ist.

Die Schalker Mannschaft steckt den frühen Ausfall jedoch äußerlich unbeeindruckt weg und kommt durch di Santo (21.), Geis (24.) und einen tollen Kopfball von Goretzka (27.) zu weiteren guten Chancen. Den Führungstreffer zum 1:0 für die Knappen erzielt jedoch mit Gebre Selassie ein Bremer: Er will einen Pass von Matip auf Huntelaar abgrätschen, überlupft dabei aber seinen eigenen Keeper (33.). Unter dem Gelächter der Schalker Fans schlägt der Pechvogel die Hände vor das Gesicht und sehnt sich sichtlich nach einem Mauseloch.

Bis zur Pause nimmt Schalke etwas Tempo raus und hat kurz vor dem Seitenwechsel Glück, dass ein Distanzschuss von Fritz knapp über die Latte segelt. Die Pausenführung sorgt für exzellente Stimmung im Schalker Block; auch nach dem Wiederanpfiff geht die erste Großchance an die Gäste: Draxler setzt sich in der Mitte durch, marschiert nach vorne und bedient Huntelaar, der freistehend an Wiedwald scheitert (52.). Auf der Gegenseite wird Johannsson eingewechselt und leitet als erste Aktion für seinen neuen Verein den Ball sofort weiter auf Junuzovic, dessen Vorlage Bartels nur haarscharf linken Pfosten vorbei schießt (58.).

Gegenwehr erlahmt 

Just in die Offensivbemühungen der Bremer platzt der zweite Treffer für Schalke: Der überragende Joel Matip schickt Choupo-Moting in die Gasse, der eiskalt ins linke Eck vollendet (68.). Im Schalker Block explodieren Bierbecher und Begeisterung, der Mythos vom Schalker Markt und die Tradition aus Gelsenkirchen werden ebenso besungen wie die Begleitung der Mannschaft „auf allen Deinen Wegen, von der Emscher bis zum Bosporus!“

Die Bremer Gegenwehr erlahmt, einzig ein Junuzovic-Freistoß und ein Schuss des agilen Johansson kommen noch in die Nähe des Kastens von Keeper Fährmann. Den Schlusspunkt setzen der kurz zuvor eingewechselte Leroy Sané und Huntelaar: Der Youngster lässt mit einem tollen Solo Freund und Feind stehen und legt im Strafraum quer auf den Torjäger, der mit einem trockenen Direktschuss zum 3:0 vollendet (85.).

 

Coach zufrieden

Das Bremer Publikum ergreift die Flucht, die Schalker recken die Schals hoch und feiern. Nach dem Schlusspfiff tut es ihnen die Mannschaft im Jubelkreis gleich, bevor es in die Kurve geht. Keeper Fährmann stürmt gut gelaunt zu einigen Fans auf der Gegengeraden. Di Santo zeigt sich erleichtert: „Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Für mich persönlich war es kein einfaches Spiel. Es ging direkt zu Beginn der Saison gegen meinen Ex-Verein.“ Werder-Coach Skripnik gesteht, dass es „am Ende es ein verdienter Sieg für Schalke war.“ Das unglückliche Eigentor und Schalkes sehr große Qualität in der Offensive hätten den Ausschlag gegeben.

André Breitenreiter zeigt sich mit dem Ergebnis hochzufrieden, bemängelt aber fehlende Konsequenz und Laufbereitschaft nach der Führung. „Wir haben noch viel zu tun und sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen. So klar, wie es das Ergebnis aussagt, war das Spiel nicht.“

In den Shuttlebussen zeigen sich indes auch die Bremer Fans als faire Verlierer, einzig ein angeheiterter „Fischkopp“ grölt: „Ihr werdet nie Deutscher Meister!“ Ein „Ohne di Santo habt Ihr keine Chance“ der Gelsenkirchener Sängerknaben bringt auch ihn schnell zum Schweigen. In Bestlaune wird die Rückreise ins Ruhrgebiet angetreten. Unter Hupen und Winken macht sich die blauweiße Karawane auf den Heimweg, wird jedoch südlich von Münster von der Mutter aller Gewitter gestoppt: Starkregen, Blitze, nichts geht mehr. Kurzerhand wird an der Raststätte Hohe Mark gestoppt und die Biervorräte für die Mitfahrer werden aufgefrischt. „Erinnert mich irgendwie an meine Schwiegermutter“ meint ein Schalker mit Blick auf die tobenden Naturgewalten versonnen. „Heul leiser, wir haben gewonnen!“ bescheidet ihn sein Kumpel. Ein schöner Schalker Auswärtsfahrertag und ein gelungener Saisonauftakt gehen zu Ende.


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg2939:50-1132
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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