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Die tollste Fanfreundschaft Deutschlands
Schalke und Nürnberg: Gut fürs Herz, schlecht für die Leber

(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkrichen – Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: Die Begegnung zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg ist nicht nur ein „Kellerduell“ der beiden „Altmeister“, sondern auch willkommene Gelegenheit, endlich wieder die trotz gelegentlicher Schwierigkeiten populärste und aktivste Fanfreundschaft im deutschen Fußball zu feiern. Susanne Hein-Reipen mit Spurensuche und Ausblick…

Sonderzug & Fanparty

Tiefenentspannte Polizei, farbübergreifende Fanfeiern und jede Menge gemeinsame Aktionen bis hin zu Fahnen im Fanblock des „Gegners“: Am Samstag in Gelsenkirchen wird es wieder so weit sein, denn nach über vier Jahren Pause steigt endlich wieder eine Bundesligapartie zwischen Knappen und Glubberern. Um 11.30 Uhr wird am Bahnhof der bis auf den allerallerletzten Platz ausgebuchte Sonderzug der Nordkurve Nürnberg erwartet; ab 12.30 Uhr laden die Ultras Gelsenkirchen zur „gemeinsamen Spieleinstimmung mit unseren Freunden“ in die Glückauf-Kampfbahn ein. 

Traditionsfahnen & Choreos

Auch an den einschlägigen anderen Fantreffs werden Blau-Weiße und Rot-Schwarze einträchtig bei Pils und Bratwurst dem Spiel entgegenfeiern, im Stadion werden die Traditionsfahnen geschwenkt, gemeinsam beide Hymnen geschmettert und vielleicht eigens eine weitere Freundschafts-Choreo aufgezogen. Zuletzt hieß es auf Schalke „Freunde für ein Leben – Schalke und der FCN wird’s für alle Zeiten geben!“, während man in Nürnberg „Schalke und Nürnberg, das passt einfach zusammen“ bewundern durfte. Beim letzten Auswärtsspiel in der Saison 2017/2018 feierten die mitgereisten Schalkefans in Augsburg nicht nur die Vizemeisterschaft, sondern tauchten die Kurve zum Anpfiff der zweiten Halbzeit eigens zu Ehren des Aufstiegs des FCN komplett in Rot-Schwarz.  

Die Legende lebt…?

Doch wie kam es eigentlich zu dieser innigen Beziehung zwischen Ruhrpott und Franken? Fest steht: Es ist keine „Farbfreundschaft“, wie es sie bisweilen zwischen Clubs mit identischen Vereinsfarben wie beispielsweise dem HSV und Arminia Bielefeld gibt. Ein „Zweckbündnis“ durch gemeinsame „Feinde“, wie es z. B. zwischen den Unaussprechlichen aus Lüdenscheid und RW Exxen oder dem 1. FC Kaiserslautern und dem TSV 1860 – München besteht, ist es auch nicht. Der Verbrüderung liegt auch kein besonderes Duell zwischen S 04 und FCN zugrunde, wie dies etwa bei der arg kuriosen Verbindung zwischen dem FC Bayern und dem VfL Bochum der Fall sein soll.

Forscht man nach den Ursachen für die Zuneigung zwischen Knappen und Glubberern, so erntet man sowohl bei Gesprächen am Tresen auf Schalke als auch im Netz ausgesprochen zahlreiche Varianten und bisweilen recht blumige Theorien wie die einer herzzerreißenden Romeo-und-Julia-Story zwischen einem Jungen aus dem Kohlenpott und einer bezaubernden Lady aus Franken oder die einer spontanen barmherzigen Sammlung von Club-Fans für ohne Geld in Nürnberg gestrandete Schalker. Sicher ist, dass die Verbindung nicht schon in die 30er und 40er Jahre zurückreicht, wo sich die Vereine oft in Meisterschafts- und Pokalduellen gegenüberstanden, sondern in den frühen 1980er Jahren den Anfang nahm. Eine weitere Geschichte besagt, eine Reportage des „Stern“ über Schalke-Fans sei der Ausgangspunkt gewesen, weil auf deren gezeigten Kutten auch Aufnäher des anderen Altmeisters zu sehen waren. Nicht unwahrscheinlich erscheint auch die Variante, eine Auseinandersetzung mit Bayern-Hooligans habe eine entscheidende Rolle gespielt. In nahezu allen Varianten tauchen die Namen der Red Devils aus Nürnberg und der Schalker Gelsen-Szene auf.

Und hält… und hält… und hält…

Doch unabhängig davon, was nun genau zu der Verbindung führte, sie nahm über die Jahrzehnte hinweg über alle Gruppierungs- und Generationengrenzen zu, auch wenn es bei den zwischenzeitlichen Abstiegen manchmal Schwierigkeiten und Verstimmungen zu überwinden gab. Die Nürnberger verziehen den Schalkern, dass ausgerechnet sie den Abstieg des Glubbs in die zweite Liga besiegelten, die Schalker schluckten den Frust über „Nie deutscher Meister“-Gesänge runter. Auch die „Winter-Einkaufstouren“ des FC Schalke 04, die in den letzten drei Jahren Alessandro Schöpf, Guido Burgstaller und Cedric Teuchert von der Pegnitz an die Emscher lockten, belasteten das Verhältnis der Fans nicht nachhaltig.

Stattdessen werden bis heute regelmäßig gemeinsame Auswärtsfahrten gebucht und der Fanfreund lautstark unterstützt. Bei nahezu jedem Spiel sieht man auch Kutten und Schals der Verbündeten; so begleitete erst kürzlich auch fränkische Fanclubs die Schalker nach Leipzig. Auch bei den rund fünf Pokalfinals im letzten Jahrzehnt, an denen einer der Vereine beteiligt war, ertönte immer wieder „Schaaalke und der Eff-Cee-Enn“. 

Ein fröhliches Wochenende – nur nicht für die Leber

Erster großer Höhepunkt war die gemeinsame Feier derRettung des Clubs im Wattenscheider Lohrheide-Stadion im Frühjahr 1991 und die Aufstiegsfeier auf Schalke einen Tag später. Ebenfalls im Jahr 1991 gab es anlässlich der gemeinsamen Begegnung im Dezember eine erste „hochoffizielle“ Freundschaftsparty im Frankenstadion, wo nebengenehmigten (!!!)  Bengalos ein großer Fahnenkorso für jede Menge Stimmung sorgte.

Bis heute gibt es auch außerhalb der Partien gegeneinander jede Menge Kontakte nicht nur zwischen Fanclubs. Es war kein Zufall, dass die Einweihung der wiederbelebten „Schalker Meile der Traditionen“ im Spätherbst 2011 vor dem Spiel gegen Nürnberg stattfand. Bereits Stunden vorher standen Schalker und Glubberer bestens gelaunt um die eigens für diesen Zweck herbeigezauberte historische Victoria herum, auf deren Sockel sich keine andere Mannschaft so oft verewigen konnte wie sie. Bei strahlendem Sonnenschein flossen etliche Liter Pils durch fränkische und ruhrpöttische Kehlen und ein paar ebenso inbrünstige wie schräge Gesangseinlagen klangen die Kurt-Schumacher-Straße hinab.

Auch dieses Mal können sich alle Beteiligten auf ein - für alle nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Leber stehenden Körperteile - entspanntes Wochenende bei Freunden freuen, über dem stets der Schlachtruf „Schaaaaaaaaaalke und der Eff-Cee-Enn!“ mit vielen Ausrufezeichen schwebt. 

(Foto: Hein-Reipen)

Spielplan

18.01.2019
1899 Hoffenheim
1:3
FC Bayern München
19.01.2019
Bayer 04 Leverkusen
0:1
Borussia Mönchengladbach
Eintracht Frankfurt
3:1
SC Freiburg
FC Augsburg
1:2
Fortuna Düsseldorf
Hannover 96
0:1
Werder Bremen
VfB Stuttgart
2:3
1. FSV Mainz 05
RasenBallsport Leipzig
0:1
Borussia Dortmund
20.01.2019
1. FC Nürnberg
15:30
Hertha BSC
FC Schalke 04
18:00
VfL Wolfsburg

 


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Sonntag, 20. Januar, 18 Uhr
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Tabelle

18. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Freiburg1822:28-621
13Düsseldorf1821:34-1321
14Schalke 041720:24-418
15Augsburg1826:31-515
16Stuttgart1814:38-2414

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