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Der Schade!-Spielbericht
Schalke verliert in Bremen – und gewinnt die Herzen der Fans!

(Foto: Hein-Reipen)
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Bremen – Werder Bremen schlägt Schalke 04 nach zwischenzeitlichem Rückstand mit 4:2 (1:1). Schalke bleibt damit im siebten Ligaspiel hintereinander sieglos, doch die Fans, die zuletzt massiv ihren Unmut kundtaten, supporten mit aller Kraft – und honorieren den klaren kämpferischen Aufwärtstrend mit Applaus für ihre niedergeschlagenen Verlierer. Susanne Hein-Reipen über einen aufregenden Fußballabend…

Freitagabendspiel im Norden heißt: Die A 1 ist fest in Schalker Hand. Von Mini-PKW bis zum Doppeldeckerbus sind viele Fahrzeuge mit Schals, Kutten oder Fahnen geschmückt, an allen Raststätten üben sich Schalker im Flüssigkeitsaustausch: Oben rein, unten raus.

Was ist grün und…?

In der Hansestadt angekommen nutzen fast alle Individualfahrer den aus den Vorjahren bekannt-bewährten Shuttleservice ab dem Industriegebiet am Hemelinger Hafendamm. Schalker und Bremer schaukeln von dort friedlich und erwartungsvoll gemeinsam dem Stadion entgegen.

„Da ist die Fischkonserve ja“ grinst ein Schalker, als das beleuchtete Weserstadion in Sicht kommt. Und in der Tat: Es riecht nach Fisch! Die Fischbrötchen, Kibbelinge und Heringe sind für Ruhrpottler nicht nur eine nette Abwechslung, sondern auch deutlich leckerer als die Qualm-Würstchen. Garniert wird der Stadionvorplatz unter anderem durch laufende Chipstüten – sie sind jung und brauchen das Geld - und ein Glücksrad von Umbro. Dumm nur: Der gemeinsame Ausrüster hat als „Hauptgewinn“ nur grüne T-Shirts im Angebot…

Von Netzen und Netzen

Die Kontrollen sind akribisch, auch wenn nicht viele Schalker in die bereitgestellten Container müssen. Während die Zaunfahne der Ultras Gelsenkirchen ausgeschüttelt und auf etwaige eingerollte Pyrotechnik gecheckt wird, werden nebenan selbst Asthmasprays und Brillenetuis misstrauisch beschnuppert. Sind wir wieder gefährlich heute…

Im Stadion gibt es dann leider so gut wie kein Handy-Netz, offenbar schirmt die metallene Dach- und Außenkonstruktion die Schüssel zu gut ab. Andere Netze und Gitter gibt es hingegen im Überfluss, der komplette Gästeblock ist ein einziger kleinkarierter Rollbraten, selbst zwischen dem Steh- und Sitzbereich innerhalb des Gästebereichs sind übermannshohe Eisengitter und massive Netze angebracht. Sind wir wieder gefährlich heute…

Die Begrüßung der gut 5.000 mitgereisten Schalker durch den Stadionsprecher ist noch sehr freundlich, sogar die erste Strophe des Vereinslieds „Blau und Weiß, wie lieb‘ ich Dich“ wird eingespielt. Leider verwandelt er sich kurz darauf in einen Brüllaffen.

Abstiegskampf – die Zeit der Ausreden ist vorbei!

Das Bündnis „Nordkurve Gelsenkirchen“ verteilt im Stehbereich große blaue und weiße Gummifinger. Der zugehörige Choreo-Zettel fordert unter der fettgedruckten Überschrift ***ABSTIEGSKAMPF!*** „jeden Spieler und jeden Fan“ auf, Zusammenhalt zu demonstrieren und alles dem gemeinsamen Ziel, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln, unterzuordnen.

Lasst uns unsere Stimmen erheben und gemeinsam die Punkte erzwingen! Die Zeit der Ausreden ist vorbei!

Die Bremer Kurve intoniert derweil „Wir sind Werder Bremen, der Meister von der Weser“ und zeigt ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Materialfreiheit immer und überall – jetzt!“, später erscheinen die für Außenstehende etwas kryptischen Zeilen „Du gehörst in diese Reihen wie der Wind zum Meer! Die Tage da draußen sind gezählt. Stark bleiben, Matty“, mutmaßlich an einen „Jungen, der draußen steht“.

Die Gästekurve hingegen zieht zum Einlaufen der Mannschaften eine große Blockfahne „Eingetragener Verein“ auf und intoniert dröhnend laut “Olé, FC Schalke“ und „Schalke 04, für jetzt und alle Zeit“. Schalalala…

Ohne Uth, Harit, Mandyl und Sané

Chefcoach Domenico Tedesco hat in seinem „Endspiel“ ernst gemacht und verzichtet nicht nur auf die beiden gelegentlich undisziplinierten Jungprofis Harit und Mendyl, sondern auch auf Mark Uth und Salif Sané, beide sonst absolute Stammspieler. Richten soll es die Startelf Nübel, Bruma, Stambouli, Nastasic, Caligiuri, Oczipka, McKennie, Bentaleb, Skrzybski, Embolo und Burgstaller. Drei nominelle Stürmer, das kommt bei den Fans ziemlich gut an.

Noch besser kommt an, dass die Schalker mit deutlich energischerer Körpersprache und Einsatz auftreten als in den letzten Spielen und durch Burgi (6.) und Caligiuri (12.) schon in den Anfangsminuten zu Torchancen kommen. Die Bremer verstecken sich ebenfalls nicht und haben durch Eggestein und Kruse erste Möglichkeiten.

In guter Form zeigt sich auch Werder-Keeper Pavlenka, der in der 20. Minute gegen Nastasic rettet. Es ist offenbar Schalker Schicksal, dass jeder gegnerische Keeper gegen uns seinen Sahnetag erwischt, aber muss ein Stadionsprecher wirklich jede gelungene Parade so beschreien, dass man ihm ein Kleenex reichen möchte…?

Schalker Führung und ein verdächtiger Ausgleichstreffer

Die Schrei-Orgie findet jedoch vorübergehend ein jähes Ende, als Embolo nach einem Oczipka-Einwurf und schöner Kopfball-Verlängerung von McKennie Augustinsson stehen lässt wie eine Slalomstange und aus knapp elf Metern ins lange Eck das 1:0 erzielt (26.). JA! JA! JA!

Mannschaft und Gästekurve brüllen ihre Erleichterung gleichermaßen hinaus, doch die Freude währt leider nicht sehr lange: Skrzybski verpasst haarscharf das 0:2, dann platzt noch in die Schaaa-la-la-la-Schalke-Schleife hinein der Bremer Ausgleich zum 1:1 durch Rashica nach Vorarbeit von Kruse (31.). Im Gästeblock steigt der Blutdruck kollektiv böse an, denn Pizarro stand im passiven Abseits und behinderte Nastasic, doch der Kölner Keller bleibt stumm. Eine weitere von vielen Situationen dieser besch…eidenen Saison, die gegen Schalke ausfällt.

Der Treffer schockt die bis dahin bessere Schalker Mannschaft sichtlich. Der Gästeblock versucht, sie mit „Auf geht‘s Schalke, kämpfen und siegen“ und „Gelsenkirchen-Schalke!“ wieder nach vorne zu pushen und schickt sie mit deutlich vernehmbaren Applaus in die Pause.

Fight sexism!

Das Halbzeitprogramm besteht in Distanzschüssen vom Mittelkreis aufs Tor und einer grünweißen Fanbox, in der ganz ähnlich wie in der heimischen Arena gerne niedliche kleine Kinder ins Rennen geschickt werden. Der Stadionsprecher kann zudem ein ausverkauftes „volles Haus“ mit 42.100 Zuschauern vermelden.

Zum Beginn der zweiten Halbzeit, die beide Mannschaften zunächst personell unverändert beginnen, zeigt die Bremer Kurve große Banner „Fight sexism!“, „Rosa Luxemburg statt rosa Fanartikel, Frauenkampftag statt Frauenkauftag“ und etwas später „Nicht nur am Frauenkampftag: Sexismus bekämpfen, immer und überall!“ Danke, Jungs, Ihr seid der beste Beweis, dass Fußballfans nicht alles Dresdner Neandertaler sind!

 


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Hannover 96 - FC Schalke 04
Sonntag, 31. März, 15.30 Uhr
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Tabelle

27. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Mainz 052627:45-1830
14Augsburg2637:47-1025
15Schalke 042627:44-1723
16Stuttgart2626:56-3020
17Hannover2624:61-3714

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