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Der frustrierte Spielbericht
Schalke verliert gegen Bremen: Grottenkick nervt die Fans

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Werder effektiv, Schalke erschreckend uninspiriert und glücklos: Nach der 0:2-Heimniederlage greift auch bei den treuen Fans in der Nordkurve die Ratlosigkeit um sich. Susanne Hein-Reipen über einen bitteren Fußballabend in Gelsenkirchen.

 

Dazu auch: Warum Schalke-Manager Heidel noch keine Brandrede halten will

Vor der mit 62.271 Zuschauern restlos ausverkauften Partie herrscht an den königsblauen Tresen noch Optimismus vor: Mit einem Dreier könnte der Anschluss ans Mittelfeld hergestellt werden. Mahnende Stimmen, dass Bremen in dieser Saison verflixt gut drauf ist und Schalkes bisherige zwei Liga-Siege nicht gerade das Prädikat „glanzvoll“ verdienten, gehen in der allgemeinen Schadenfreude über die maximal misslungene Bayern-Pressekonferenz unter.

Nordkurvenkalender & Videobeweis

Dann heißt es wieder warten, jedenfalls, wenn man ein weibliches Wesen ist: Am Eingang Ost 1 sind 14 männliche und 3 weibliche Ordner/innen mit den Einlasskontrollen beschäftigt, obwohl die Zahl der weiblichen Arenabesucherinnen seit Jahren ansteigt. Entsprechend stauen sich die Damen bis zum Tor, während die Herren sich ihren „Bodychecker“ frei aussuchen und sofort durchgehen können. Hier besteht echtes Verbesserungspotential….

Im Inneren gehen die neuen Nordkurven-Kalender der Ultras GE weg wie geschnitten Brot: Tolle Choreofotos, moderater Preis und ein guter Zweck, was willst Du mehr? 75 % der Erlöse fließen in den Kunstrasenplatz für das Gelsenkirchener Kinderheim, der Rest wandert in die Choreokasse. Und coole Stoffbeutel – wahlweise blau mit „Gegründet von Kumpeln und Malochern“ oder weiß mit „Eingetragener Verein“ drauf – gibt es dazu.  

Ebenfalls im Rundum-Glücklich-Beutel enthalten: Ein Infoflyer zur Petition zur Abschaffung des  Videobeweises, an die auch ein großes Banner über der Nordkurve erinnert. Auch die Bremer Fans titeln grün auf weiß „Videobeweis abschaffen“. 

Kapitän Fährmann verletzt sich beim Warmmachen

Während ein Interview mit Franco di Santo über den Würfel flimmert, in dem dieser für mehr Akzeptanz der Fans für seine Spielweise wirbt, schweigt sich rum, dass Stammkeeper Ralf Fährmann das Aufwärmtraining mit Leistenbeschwerden abbrechen musste. Allgemeiner Tenor: Gute Besserung, lieber Ralle, aber jetzt kann Alexander Nübel, der in der U 21-Nationalmannschaft regelmäßig Topleistungen abliefert, zeigen, was er draufhat. Vor ihm steht die Viererkette Caligiuri, Sané, Naldo und Mendyl; im Mittelfeld dürfen Mascarell, Bentaleb, Schöpf und McKennie ran, für Offensivgeist sollen Harit und Burgstaller sorgen.

 

Noch kurz die Vertragsverlängerung bis 2020 mit einem mitreißend strahlenden Naldo abfeiern, dann appelliert Quatscher Dirk gegen die vorzeitigen Abwanderungstendenzen. Die Gäste hinter dem Banner „Werder ist grün-weiß“ sind mit fast 5.000 Mann angetreten. Bei Verlesung der Aufstellung kassiert Nuri Sahin aufgrund seiner BVB-Vergangenheit einige Extrapfiffe, bevor mit Steiger- und Vereinslied das Spiel eingeläutet wird. 

Kalle, § 1 GG lautet: Halt die Fresse!

Die erste Halbzeit beginnt sehr verhalten, außer einer frühen Torannäherung von Burgstaller findet Schalke offensiv kaum statt, lässt aber auch defensiv wenig zu. Die Nordkurve intoniert derweil „Alle Bremer stinken, weil sie aus der Weser trinken“ und „Geh‘n mit dir auf jede Reise“, „Olé, SV Werder“ schallt in einer für Gäste beachtlichen Lautstärke zurück. Zu „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ und dem Wechselgesang Schalke – Nullvier! mit der Südkurve erscheinen zwei Transparente: KALLE § 1 GG LAUTET und HALT DIE FRESSE. Das ist mehrheitsfähig, auch wenn das Grundgesetz Artikel statt Paragraphen hat.

 

Das Spiel plätschert weitgehend chancen- und ereignislos vor sich hin. Kapitän Fährmann wirkt auf der ungewohnten Bank deutlich nervöser als jemals auf dem Platz, auch Trainer Tedesco saust aufgeregt an der Linie entlang. „Der hat wohl Juckpulver inne Buxe“ kommentiert ein Schalker trocken.

Schock vor der Pause

Lange Zeit ist der durchaus romantische Sonnenuntergang über dem Gestänge des Arenadachs sehenswerter als das Geschehen auf dem Rasen. Nübel bekommt Szenenapplaus für einen gelungenen weiten Abwurf genau in den Lauf von Harit; Mendyl und Kainz kassieren gelbe Karten für herzhafte Grätschen gegen Selassie und Caligiuri. Den Schalke-Fans gefällt das eher so mittel und deshalb gibt es Nettigkeiten gegen Selassie („Steh auf, Du S**“), Bremen („Werder-Schweine“) und die „Fußballmafia DFB“ gleich dutzendweise. 

Es folgt ein kleines Sangesduell mit Werder – Bremen!-Wechselgesang gegen „Vorwärts FC Schalke, schieß‘ ein Tor für uns“, „Schalke nur Du alleine“, „Schalke ist die Macht“ und „Auf geht‘s Blau-Weiß, holt Euch den Sieg für uns“ – und alle stellen sich bereits auf eine torlose erste Halbzeit ein, als Werder mit der ersten Chance das erste Tor erzielt: Kruse bedient Eggestein, dieser vollendet flach in die linke untere Ecke zum 0:1 (43.). Nübel ist die Sicht versperrt, so dass er nicht rechtzeitig runterkommt. 

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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