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Der Muss-datt-sein?-Spielbericht
Schalke verliert in Porto: Party und Pfiffe, Support und Sarkasmus – und der Achtelfinaleinzug

(Foto: Hein-Reipen)
(Foto: Hein-Reipen)
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Porto – Auswärtstouren, bei denen nur das Spiel stört, gibt es mit Schalke öfters, aber selten war der Gegensatz zwischen Laune und Leistung der Fans und der sportlichen Darbietung so krass wie bei der 3:1-Niederlage des FC Schalke 04 beim FC Porto. Susanne Hein-Reipen über einen Tag, der in die königsblaue Auswärtsfahrergeschichte eingehen wird.

Zunächst sieht alles nach der perfekten Welle aus: Bereits am Morgen kommt die Sonne hervor und bescheint gutgelaunte Schalker, die aus allen Richtungen zur Ribeira-Uferpromenade strömen. Und es sind erstaunlich viele, haben sich doch trotz der späten Jahreszeit und knapper werdender Urlaubstage weit mehr als die offiziell über Schalke mit Tickets versorgten 3.000 Königsblauen auf den Weg gemacht. Die Zahl derer, die bei königsblauem Himmel, Bier und Gelsenkirchener Gesängen den FC Schalke und das Leben feiern, dürfte zwischen 4.500 und 5.000 liegen.

Unterstützung durch einen echten Eurofighter: Mike „Buyo“ Büskens als Fan dabei

Während die portugiesische Sonne auf herbstblasse Ruhrpottnasen herunterlächelt, ein Aufschrei: DA IST BUYO!!! Und tatsächlich, mit einigen Schalker Offiziellen schlendert der Held von Brügge ganz relaxt im Kapuzenpulli als Fan durch Porto und macht feixend ein paar Selfies vor königsblauer Meute. Das bringt ihm „Mike Büskens, ohoho“-Sprechchöre und natürlich das Eurofighterlied ein, bevor er für ungefähr 1.904 Fotos lächeln muss. Allgemeine Meinung hinterher: „Herrlich normal und einfach ein sauguter Typ“.

Die für ihre harte Gangart gegenüber Fußballfans berüchtigte portugiesische Polizei ist zunächst nur sehr spärlich als Beobachter vertreten, rollt aber gegen Mittag mit einem wahren Motorradcorso an – und wird von den Schalkern mit lautem Applaus begrüßt, was sie sichtlich so verwirrt, dass sie das ausgelassene königsblaue Treiben nur aus der Ferne im Auge behält. Tja, wir können auch charmant, wenn es sein muss. Das erfreut auch einige Straßenmusiker, deren Zuhörerzahlen völlig neue Dimensionen erreichten.

Kosmoproleten on Tour

Die Frage aller Fragen: Gibt es heute einen Fanmarsch? Die Einen sagen klar, den Weg machen wir auf einer Pobacke, die Anderen nein, viel zu steil, die Dritten wollen gehört haben, dass es bis zur nächsten Metro-Station geht und die Nullvierten sagen, egal, das Bier ist jedenfalls lecker. Keiner weiß was, aber alle haben gute Launeüber den Platz hallen die „Asozialen Schalker“ und ein kräftiger Wechselgesang, unbeteiligte Urlauber und Einheimische staunen mit offenem Mund. Kann nicht mehr lange dauern, bis der „Kosmoprolet“ in den Duden aufgenommen wird. Diese hübsche und treffende Bezeichnung für international tourende Schalker wurde am Montagabend aus „Kosmopolit“ und „Ruhrpottprolet“ aus der Taufe gehoben.

Wenn es einen Auswärtsfahrerhimmel gibt, sieht er vermutlich ziemlich genau so aus: Tausende Königsblaue, Traumwetter (und das Ende November), passable Bierpreise, blendende Laune. Gegen viertel nach fünf dann: Trommelschläge, es geht los!!! Unter „Hurra, hurra, die Schalker die sind da“ und dem Eurofighterlied setzen sich über 4.000 Schalker in Bewegung. Das ist ganz, ganz großer Sport und sorgt schlagartig für ein dickes Hühnerfell. 

Robocops bleiben friedlich

Der „Marsch“ führt tatsächlich nur bis zur Metrostation, dann schaukeln alle in rollenden Sardinendosen dem Estadio do Dragao entgegen. Dort angekommen, warten viele Treppen – und gefühlt für jeden Schalker ein eigener Polizist, die durch ihre Kampfmontur ein wenig nach Robocops aussehen. Doch alle Schalker Heißsporne haben sich im Griff, auch wenn die Taktik, statt wie international üblich zwei Stunden vor Spielbeginn die Tore zu öffnen, erst ein paar U-Bahn-Besatzungen auf den Treppen zu stauen und sie von oben herab anzustarren, eher mäßig einladend rüberkommt. H-e-u-w-ä-g-el-c-h-e-n.

Das Team Fanbelange ist im Großeinsatz; vor allem Daniel erntet mit pinker UEFA-Weste und der äußerst stilsicheren Nummer 004 viel Anerkennung. Und die geradezu überirdische Ruhe der Schalkefans wird belohnt: statt wie angekündigt um 18.30 Uhr öffnen sich die Pforten schon zehn Minuten eher, die Kontrollen im Gästebereich sind gründlich, aber nicht unfair. Schalker in anderen Blöcken haben teilweise weniger Glück und werden zum Teil nicht auf ihre Plätze gelassen, obwohl sie neutral gekleidet sind. Man stelle sich vor, Schalke hätte das beim Heimspiel gegen Galatasaray auch durchgezogen…

Heimspiel in Porto

Doch weder diese Maßnahmen noch die eigenartige Nummerierung – zu Gästeblock 47 führt beispielsweise Eingang 42 – können verhindern, dass sich der Gästebereich deutlich schneller und vollständiger füllt als der Rest des Stadions. Ein Schalker betet gar am Mittelkreis die Kurve an und alle wundern sich, wie er es offensichtlich in bestem Einvernehmen mit den Ordnern auf den Rasen geschafft hat.

Fährmann und Nübel werden ebenso wie die Feldspieler lautstark begrüßt, als sie zum Warmmachen rauskommen; die Heimkurve ist immer noch nahezu leer. Dann spricht sich das Ergebnis der Begegnung Moskau gegen Galatasaray rum: Schalke ist durch die Niederlage von Galatasaray bereits sicher für das Achtelfinale qualifiziert – spielen sie jetzt befreit auf oder kommt der Schlendrian…?

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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg2939:50-1132
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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