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Der andalusische Spielbericht
Schalke verliert in Sevilla: Ein Königreich für einen Torjäger...

(Foto: Hein-Reipen)

Sevilla – Ein Spiegelbild der Saison: Schalke spielt ordentlich, steht aber mit leeren Händen da; der FC Sevilla gewinnt 2:0 und behält die Trofeo Antonio Puerta zuhause. Huub Stevens nutzt die Begegnung zum ausgiebigen Testen - so engagiert, dass er auf die Tribüne verbannt wird. Die gut 200 mitgereisten Schalke-Fans wundern sich über die überharte Gangart der spanischen Polizei selbst bei diesem „friendly match“ und verzweifeln an der anhaltenden Sturmflaute. Susanne Hein-Reipen berichtet direkt aus dem Gästeblock.

Andere Länder, andere Sitten: In Spanien sind Fußballstadien nicht wie zumeist in Deutschland „auf der grünen Wiese“, sondern oft mitten in der Stadt. Auch das Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan liegt nur wenige Meter von einem großen Einkaufszentrum entfernt im Zentrum der andalusischen Metropole. Der komplette Verkehrsinfarkt bleibt trotzdem aus, Individualanreisen scheinen mangels jeglicher PKW-Parkplätze verpönt, dafür ist die ÖPNV-Anbindung exzellent. Hilfsbereite Aufseher helfen sprachunkundigen Schalkern, den harten Kampf gegen die spanischen Ticketautomaten zu gewinnen. 

Hochsicherheitsspiel?!

Die Fassade des Stadions ist toll gestaltet, ein überdimensionales historisches Vereinswappen wird flankiert von Portraits verdienter Spieler. Auf der anderen Seite, wo sich der Fan-Shop und die Eingänge zur Gegengeraden befinden, strahlt die Fassade ebenfalls in den Vereinsfarben, dazu leuchtet das Logo in moderner Form. Einhellige Meinung der Gäste aus dem Ruhrpott: „Datt macht richtig watt her!“   

Suchenden Schalkern wird bereitwillig der Weg zum Tor 11, dem Aufgang für die Gästeblöcke gewiesen, überhaupt ist die Hilfsbereitschaft sehr groß – bis die Auswärtsfahrer am Eingang ankommen: Die Kontrollen sind extremer als bei jedem Hochsicherheitsspiel, die Ordner greifen herzhaft zu, dazu dürfen sich insbesondere männliche Fans herzhaft von einem (Drogen? Sprengstoff?)-Spürhund im Schritt beschnüffeln lassen. Sogar ein eigens vom Gesindel Duisburg und den Sportfreunden Kurpfalz 04 gestaltetes Banner für Antonio Puerta, das zuvor überall bewundert und fotografiert wurde, darf nicht rein – Begründung: „zu groß“. Na dann…

Die Geister von Tedesco und Caligiuri

Auf jedem Platz liegt ein gestreifter Freundschaftsschal, was etliche Schalker, die sich bereits im Fanshop oder bei den zahlreichenden fliegenden Händlern vor dem Stadion eingedeckt haben ein „Datt hätte ich wissen müssen!“ entlockt. Egal, in der Heimat finden sich bestimmt Abnehmer für das gute Stück. Abnehmer würden sich auch für jeden mitgereisten Schalke-Schal finden lassen, viele Sevilla-Fans möchten gerne tauschen und so wechseln diverse Schals unter gegenseitigen Ehrenbekundungen die Besitzer.

 

Wie bereits von europäischen Auftritten auf der iberischen Halbinsel bekannt, neigen spanische Zuschauer dazu, erst spät ins Stadion zu strömen, dazu ist die Partie leider längst nicht ausverkauft, vor allem im Oberrang der offenen Schüssel bleiben viele Plätze frei. Die Anwesenden dürfen sich dann wundern, dass bei Verlesung der Schalker Aufstellung nicht nur der verletzte Caligiuri angekündigt, sondern auch noch Domenico Tedesco auf der Schalker Bank ausgerufen wird. Das königsblaue Erdbeben scheint sich noch nicht bis Andalusien herumgesprochen haben…

Tatsächlich startet Huub Stevens im 4-4-2 mit Nübel, Riether, Bruma, Nastasic, Oczipka, Rudy, Stambouli, Serdar, Boujellab (mit Caligiuris 18 auf dem Rücken…), Uth und Teuchert.

Puerta ist unvergessen

Dann startet die Erinnerungsshow für den so früh verstorbenen Puerta. Neben Fahnen beider Vereine werden auch Fahnen mit seinem Konterfei geschwenkt, der Heimblock supportet hinter einem großen Banner „Puerta presente“ (Puerta ist dabei). Es folgen eine Lightshow und eine Gedenkminute, dann macht der Sohn des Verstorbenen den Anstoß. Sevilla hat eigens für die Partie ein Sondertrikot mit den Emblemen beider Mannschaften aufgelegt; dazu sieht man viele Sevilla-, aber auch einige Schalke-Trikots mit Puerta-Flock. 

Da große Zaunfahnen nicht durch die Einlasskontrolle kamen, kann der Gästeblock nur auf „Rock’n Raul“, die David-Hasselhoff-Ultras und einige kleine Fanclub-Fahnen zurückgreifen, dazu fehlen sämtliche Tifo-Materialien und der organisierte Support, eine ungewohnt ruhige Atmosphäre. Der Sevilla-Block hingegen singt ausdauernd; auf der gegenüberliegenden Tribüne nehmen jetzt auch noch die Jugendmannschaften und die Einlaufkinder Platz.

Das Spiel ist zunächst eher verhalten, beider Teams müssen einige Nationalspieler und Verletzte entbehren. Auf Schalker Seite stechen Uth mit einigen schönen Balleroberungen und Boujellab mit enormer Laufbereitschaft und feiner Technik hervor. Wenn Sevilla in der Vorwärtsbewegung ist oder eine Ecke hat, brandet sofort Unterstützung auf.  Ein erster Warnschuss von Bangea rauscht am Tor von Nübel vorbei.

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Samstag, 27. April, 15.30 Uhr
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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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