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Legendärer Dribbelkünstler
Stan Libuda, typischster Schalker aller Zeiten?

Am Samstag wäre Stan Libuda 72 Jahre alt geworden. (Foto: Hein-Reipen)
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„Helden leben lange, Legenden sterben nie!“ lautet ein etwas pathetisches Sprichwort – es könnte für Reinhard „Stan“ Libuda erfunden worden sein. Obwohl der Dribbelkünstler, der am Samstag seinen 72. Geburtstag gefeiert hätte, abseits des Platzes zahlreiche Nackenschläge einstecken musste und nunmehr seit fast zwanzig Jahren tot ist, ist er auf Schalke allgegenwärtig.

Ob Jahrhundertelf oder Ehrenspielführer, Banner, Graffiti, königsblaue Songtexte oder Fanclubnamen: Stan ist immer dabei. Selbst in der an schillernden Figuren und skurrilen Ereignissen wahrlich nicht armen 111jährigen Vereinsgeschichte nimmt der geniale Rechtsaußen eine ganz besondere Position ein: Die Hommage an ihn war der unumstrittene emotionale Höhepunkt der Geburtstagsrevue.

Wenn man versucht, der ungebrochenen Zuneigung der Schalker Fans zu LIII – BUUU –DAAA! auf den Grund zu gehen, sind seine technischen Raffinessen nur ein kleiner Baustein. Auch wenn er unstreitig der beste Rechtsaußen der Vereinsgeschichte war und mit links antäuschen, rechts vorbeigehen sogar„an Gott vorbeikam“, wie es die berühmte Anekdote der Litfaßsäule erzählt: Gute Spieler gab es auf Schalke viele, so geliebt wie Stan wurden und werden die wenigsten.

Wechsel zum BVB verziehen

Die Schalker verziehen ihm alles, den Wechsel zum schwarzgelben Erzrivalen, dem seine Bogenlampe 1966 den Europapokal der Pokalsieger bescherte, die unrühmliche Verstrickung in den Meineidskandal und ein extrem introvertiertes Auftreten neben dem Platz.

Seine sportlichen Höhepunkte waren neben dem Europapokalerfolg mit dem BVB die 1972er Vizemeisterschaft und der 5:0 Pokaltriumph der von ihm als Kapitän angeführten „besten Schalker Mannschaft aller Zeiten“ gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auch in seinen 26 Länderspielen war er der Mann für die ganz großen Momente: Sein Sololauf zum 3:2 im Hamburger Volksparkstadion  gegen Schottland bedeutete die Qualifikation zur WM 1970 in Mexiko, wo er im Vorrundenspiel gegen Bulgarien einen Treffer erzielte, zwei weitere Treffer vorbereitete und den Elfmeter herausholte.

Zwischen Welt- und Kreisklasse

Doch auch diese Leistungen können die bisweilen fast kultische Verehrung der Knappen für die legendäre Nummer 7 nur ansatzweise erklären.

Was Stan Libuda über viele andere große Schalker Spieler heraushebt, dürfte der Umstand sein, dass er wie kein anderer die Schalker Extreme zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, zwischen absoluter Weltklasse und Kreisklasse, wenn ihm harte Gegner den Spaß am Fußball nahmen, verkörperte.

An guten Tagen der weltbeste Rechtsaußen, an schlechten Tagen ein schüchternes Häufchen Elend. Abstürze und Pannen neben dem Platz, mit dem Hintern das einreißen, was man sich gerade vorne aufgebaut hat: Die Karriere Stan Libudas ähnelt der Schalkes, auf einen euphorischen Höhenflug folgte oft ein unsanfter Absturz. Er starb im Alter von nur 52 Jahren, das Geld aus seiner Karriere war lange verbraucht.

In den Köpfen und Herzen der Schalker ist er unsterblich.  

 


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Tabelle

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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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