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Schalke macht richtig Spaß
Tripolis oder Tripper, Hauptsache Schalke

Jawoll. (Foto: Hein-Reipen)
Voll war es nicht in der Arena, aber stimmungsvoll. Teilweise. (Foto: Hein-Reipen)
Ab dafür. (Foto: Hein-Reipen)
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Gelsenkirchen – Mit einem glatten Hattrick von Franco di Santo in der ersten Halbzeit und einer Bude von Klaas-Jan Huntelaar im zweiten Durchgang gelang dem FC Schalke 04 ein nie gefährdeter 4:0-Heimsieg im Europa League Spiel gegen das griechische Team von Asteras Tripolis. 42.477 Zuschauer, die trotz gefühlter 1.904 km Stau in Nordrhein-Westfalen den Weg nach Gelsenkirchen gefunden hatten, schunkelten nach dem sechsten Sieg in Folge hochzufrieden zum Schalkewalzer.

Als das niederländische Schiedsrichterteam zur ungewohnten Anstoßzeit um 19 Uhr (glaubhaften Gerüchten zufolge sollen zwei prominente Schalkefans von 20.45 Uhr CL-Time ausgegangen und just zum Schlusspfiff in Gelsenkirchen eingetrudelt sein) das zweite Gruppenspiel anpfiffen, präsentierte sich die Veltins-Arena ungewöhnlich spärlich besetzt: Auf allen drei Sitzplatztribünen gähnten deutlich sichtbare Löcher; im nahezu leeren Gästeblock bewachten zwei Dutzend Ordnungshüter eine ähnliche Zahl griechischer Fans. „Immerhin noch doppelt so viele wie beim Champions-League-Auftakt in Wolfsburg!“ konstatierte ein Schnauzbartträger trocken; gleichwohl muss man feststellen, dass es auf Schalke bei einem internationalen Pflichtspiel lange nicht mehr über 10.000 freie Plätze gegeben hat. Die junge Schalker Mannschaft gab den verwöhnten Fehlenden die bestmögliche Antwort: Richtig schönen Fußball. Liebe Rosinenpicker, Ihr habt etwas verpasst! Und unser junges Team hat jede, aber auch wirklich jede Unterstützung verdient.

Trainer André Breitenreiter bewies sehr viel Mut zur Rotation und wechselte das siegreiche Team vom Wochenende gleich auf sechs Positionen durch. Der wiedergenesene Kapitän Höwedes kam so ebenfalls zu seinem ersten Startelfeinsatz der Saison wie Neuzugang Höjbjerg; zudem rückten die Außenverteidiger Riether und Kolasinac sowie Huntelaar und Fanliebling Sané wieder in die Mannschaft. Die gegnerische Mannschaft des jungen Trainers Staikos Vergetis fiel in erster Linie durch grellgelbe Trikots, kuriose Rückennummern bis 99 und eine unansehnliche Mauertaktik auf.

Der Schalker Anhang ließ sich von dem mäßigen Gekicke der ersten Viertelstunde nicht im Geringsten beeindrucken und peitschte die Mannschaft von Beginn an mit „Kämpfen und Siegen“, „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ und dem Eurofightersong nach vorne. Die Geduld wurde umgehend belohnt, in der 28. Minute münzte Franco di Santo den überlegenen Ballbesitz zum ersten Treffer des Tages um: 1:0 nach Vorarbeit von Höwedes, Riether und dem linken Innenpfosten. Der Neuzugang aus Bremen, der in den ersten Saisonspielen stets bemüht, aber glücklos war, war über den geplatzten Torknoten offenbar so erleichtert, dass er wie entfesselt weiterspielte und nur neun Minuten später nach einer gekonnten Ecke von Geis alle Umstehenden übersprang und zum 2:0 einköpfte. In der 44. Minute vollendete er mit einem verwandelten Handelfmeter einen lupenreinen Hattrick zur ebenso beruhigenden wie verdienten 3:0-Pausenführung. Sané hatte sogar noch das 4:0 auf dem Schlappen, auch Höjbjerg traf nur den Pfosten, während Keeper Fährmann so beschäftigungslos war, dass er sich mit einem guten Buch in die Torecke hätte setzen können.

Gutgelaunt ging es in die Pause, in der sich in Block M zur Erheiterung aller Umsitzenden ein typischer Schalker Dialog entwickelte. Ein etwa achtjähriger Junge wollte von seinem Vater weithin vernehmbar wissen, „wie man Leute aus Tripolis eigentlich nennt: Tripoliser oder Tripoler…?“ Während der Vater demonstrativ an seiner Brezel nagte, um Zeit zu gewinnen, gröhlte schon ein ungemein hilfsbereiter Mitmensch von hinten „TRIPPER!“ Das Brezelkauen wurde noch intensiver, um sich vor der Erklärung zu drücken – und Rettung nahte. Ein älterer Herr stellte im Andreas-Möller-Gedächtnismodus und Brustton der Überzeugung fest: „Tripolis oder Tripper, Hauptsache Schalke!“ Darauf konnten sich alle Anwesenden problemlos verständigen, die königsblaue Welt war wieder in Ordnung. Und: Das alles spiegelte doch das Motto, Schalke unabhängig vom Gegner und dessen Attraktivität zu unterstützen, hervorragend wieder.

Die zweite Halbzeit ähnelte der Ersten; Schalke war klar feldüberlegen, traf aber zunächst das Tor nicht. Die Stimmung auf den Rängen war indes ungebrochen prima, munter klang schon das königsblaue Liedgut von „Um die halbe Welt sind wir gefahr’n“, „Du bist das was uns am Leben hält“ bis „Schalke, nur Du alleine…“ durch die Arena.

Die Mannschaft, bei der nun Ayhan für Geis und Choupo-Moting für den mit Standing Ovations verabschiedeten Dreifachtorschützen mitmischten, steckte nicht auf. Ayhan und Sané bekamen mehrfach aufmunternden Szenenapplaus für ihren Einsatz; Sané war es dann auch, der mit einem Traumpass auf Klaas-Jan Huntelaar das 4:0 einleitete. 4:0 oder im Arenajargon „Tripolis NULL, Schalke VIER!“, jetzt gab es kein Halten mehr. Der Schalkewalzer wurde ebenso bemüht wie der Mythos vom Schalker Markt und es gab endlich nach längerer Zeit wieder La Ola in der Arena!

Jawoll. (Foto: Hein-Reipen)

Nach dem Schlusspfiff fand sich die Mannschaft zu den Klängen des „Königsblauen S 04“ zum Teamgeistkreis auf dem Rasen, bevor sie sich den hochverdienten Applaus der Kurve abholte. Einen Extra-Lacher erntete der Stadionsprecher, der überschwänglich einen neuen Rekord für Keeper Fährmann feierte: 498 Spiele sei dieser jetzt ohne Gegentor…! Auch wenn es „nur“ 498 Minuten sind, bekam „Ralle“ einen Extraapplaus.

Erfreulich war nicht nur die Höhe des Sieges, sondern auch, wie dieser errungen wurde: Trotz einer kleinen Durstrecke in der zweiten Halbzeit ohne Überheblichkeit oder vorzeitiges Zufriedengeben -   und unter geschickter Einbeziehung auch der Spieler, die bislang keine große Rolle gespielt haben. Kaan Ayhan konnte endlich wieder zeigen, dass auch er gefährliche Standards beherrscht. Gerade angesichts des nicht sehr großen Kaders und der englischen Wochen ist es wichtig, alle miteinzubeziehen und gezielt zu rotieren, diese Aufgabe hat Breitenreiter mit Bravour gelöst. Die Mannschaft erweckt den Eindruck einer eingeschworenen Gemeinschaft.

Der Coach zeigte sich in der Pressekonferenz zufrieden mit dem Ergebnis und lobte den Matchwinner „gerade für Franco Di Santo freut es mich enorm. Er hat in den vergangenen Wochen sehr viel für die Mannschaft gearbeitet. Jetzt hat er sich für seinen Einsatz auch mit Toren belohnt.“ Gästetrainer Staikos Vergetis verzichtete auf Verletzungslamento und gab unumwunden zu, dass der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung ging. „Schalkes Potenzial ist viel besser ist als unseres, das müssen wir anerkennen. Dass uns einige Spieler verletzt fehlen, ist Fakt. Aber wir hatten elf gesunde Akteure auf dem Platz.“

Für die Knappen geht es am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln weiter. Die Nordkurve hatte bereits gegen Ende der Partie wenig schmeichelhafte Grüße in Richtung der Domstadt und ihrer schwarzgelben Freunde geschickt; Breitenreiter versprach, dass man alles tun werde, um die dritte Englische Woche in Serie erfolgreich abzuschließen und den siebten Sieg in Folge einzufahren.

Wenn die königsblaue Glaskugel ebenso Recht behält wie mit dem Match gegen Tripolis, besteht kein Grund zur Sorge.

 


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
13Freiburg3039:54-1532
14Augsburg3046:55-931
15Schalke 043032:52-2027
16Stuttgart3027:67-4021
17Nürnberg3024:56-3218

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