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Kommentar
Überflüssigste Berufsgruppe der Welt? TV-Experten

Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann. Foto: Andreas Gebert (Foto: Andreas Gebert (dpa))

Daran, dass jede Szene von Fußballspielen medial aus gefühlt 195 Perspektiven aufgenommen und zerredet wird, sind Fußballfans bereits leidvoll gewöhnt. Wenn aber „Experten“, die seit Jahren nirgends mehr in der Verantwortung gestanden haben, jetzt noch über das Feiern nach einem Derbysieg ätzen, sieht Susanne Hein-Reipen rot. Ein Kommentar.

„Geschämt“ hätte er sich, ließ der in dieser Saison bereits mehrfach durch harsche Schalke-Kritik aufgefallene Dietmar Hamann verlauten. Das Foto der Schalker Mannschaft vor der jubelnden Kurve im Signal-Iduna-Park hätte er ganz sicher nicht gemacht und auch bei den Feier-Videos aus dem Mannschaftsbus und der Vereinskneipe habe er „sich Sorgen gemacht, welchen Job Jochen Schneider und der neue Sportchef haben“. Er habe „mehr Zurückhaltung und Demut“ erwartet.
Ins selbe Horn blies u. a. Ewald Lienen: „Das ist Schwachsinn und nicht zu akzeptieren. In so einer Situation hätte ich als Trainer dazwischen gehauen“.
 
Ganz ehrlich? Wenn ich so einen gequirlten Unsinn höre, möchte ich auch dazwischenhauen!  Wenn jetzt selbst die Emotionen nach einem ebenso überraschenden wie wichtigen Derbysieg schon zerlegt und madig gemacht werden, können wir den Fußball bald ganz beerdigen! Dann sind wir nämlich auf dem Weg zum keimfreien und sterilen und deshalb sterbenslangweiligen Produkt!
 
Es ist sicher kein Zufall, dass „TV-Experten“ meistens – Ausnahmen wie früher Jürgen Klopp bestätigen die Regel -  Ex-Kicker sind, die nach einer passablen Karriere auf dem Rasen nicht wirklich mehr etwas auf die Reihe gebracht haben. Und es nervt tierisch, wenn Ex-Profis wie Loddar Matthäus, Stefan Effenberg, Mario Basler, Mehmet Scholl, Christoph Metzelder oder eben Dietmar Hamann zur besten Sendezeit lang und breit erklären, dass alles falsch und doof sei, immer schön mit dem unausgesprochenen Unterton, dass man selber das natürlich viiiiiel besser gemacht hätte.
 
Nur: Warum macht Ihr es denn dann nicht besser? Vielleicht, weil hinterher nörgeln sehr viel einfacher ist als Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, deren Gelingen von vielen Faktoren abhängig ist?
 
Die penetrante Besserwisserei ist umso unverständlicher, als Ihr selbst noch wissen müsstet, dass eben nicht alles planbar ist. Und umso ärgerlicher, weil Ihr aufgrund Eurer Popularität aus vergangenen Tagen als „Experten“ wahrgenommen werdet, obwohl Ihr eigentlich nur die nörgelnden Alten seid, die sauer sind, dass sie nicht mehr aktiv mitspielen dürfen.
 
Wie hätten Sie’s denn gerne gehabt, Herr Hamann? Dass die Schalker demütig mit gesenktem Haupt unter die Dusche geschlichen wären? Sorry, aber Sie haben nicht nur Schalke oder das Ruhrderby, Sie haben den Fußball nicht verstanden!  Nach einem Derbysieg über den Erzrivalen wird die Sau rausgelassen, egal, was vorher war. Und das gilt umso mehr, wenn dieser Derby-Sieg ein riesengroßer Schritt Richtung Klassenerhalt war und endlich wieder viel von dem gezeigt wurde, was die Fans über weite Strecken der Saison schmerzlich vermisst haben. Kampfgeist, Leidenschaft, Zusammenhalt. Das ist Erleichterung pur, das ist Schadenfreude, das ist Glück, das ist… Schalke.
 
Okay, vielleicht kann man das als Ex-Spieler eines Vereins, bei dem alles unter dem CL-Gewinn mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen wird, nicht nachvollziehen. Aber eine vage Erinnerung an das Glücksgefühl, etwas kaum für möglich gehaltenes geschafft zu haben, sollte trotzdem noch da sein. Und daran, dass solche Erlebnisse ein Team auch zusammenschweißen, selbst wenn ein Zug durch die Gemeinde vielleicht nicht der absolute Gipfel der Professionalität ist. Seid versichert, Huub Stevens wird schon dafür sorgen, dass in dieser Woche wieder hart malocht wird.

Als… Derbysieger, Derbysieger, hey, hey…!

 

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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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