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Schalke in Porto 1
Wenn auf der Auswärtsfahrt alles schiefgeht, was schiefgehen kann...

(Foto: Hein-Reipen)
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Schalke – Um die halbe Welt sind wir gefahr’n... Die Reiselust der Schalker ist berühmt-berüchtigt. Egal, wo auf der Welt oder im Universum Königsblau antreten muss, eine satt vierstellige Zahl Fans folgt ihnen. Das klappt nicht immer reibungslos, wie Susanne Hein-Reipen auf ihrer ersten Postkarte zu berichten weiß...

Liebe Schalker, 
liebe Mitleser,

die Idee war ebenso einfach wie gut: Gehn die Schalker auf die Reise, wünsch ich mir nur, dabei zu sein - ab nach Kölle, mit einem Flugbierchen in den Flieger nach Lissabon, weiter nach Porto, Ankunft am späten Nachmittag und dann ein königsblauer Abend mit viel Wein, Weib und GEsang. 

Schönen Gruß vom Fußballteufel

Vielleicht hätte man den Fußballteufel im Hintergrund leise lachen hören können, wenn man still gewesen und genau hingehört hätte, doch eine Reisetruppe mit 19 Königsblauen auf internationaler Auswärtstour ist nun einmal kein kontemplativer Orden. Während des Sammelns am Flughafen Köln-Bonn treffen wir Pal Dardai und einige Flaschen Gerstensaft, der Check-In ist pünktlich, das Boarding auch. Die (männlichen) Stewards bringen mit James-Bond-was-kostet-die-Welt-Miene die Sicherheitsunterweisung hinter sich, dann kann es losgehen...

...das heisst: Es könnte losgehen, aber es geht nicht los. „Eine Kleinigkeit“ sei noch zu erledigen, heißt es. Für diese „Kleinigkeit“ rücken erst ein, dann zwei, dann sechs Techniker in gelben (...!) Westen an, dann kommt das Aus: Alle wieder raus, dieser Vogel ist jedenfalls hier und heute nicht flugfähig. Wir sollen doch bitte unser Gepäck am Band abholen
und uns zwecks Umbuchung oder Übernachtung in Köln zum letzten Schalter im letzten Terminal begeben.

Terminaljogging und königsblaue Verzweiflung

Dann geht erstmal gar nix mehr: Der Herr an der Gepäckausgabe ist sich sicher, dass erst umgebucht und dann die Koffer eingesammelt werden müssen, das angesichts von ungefähr 40 aufgebrachten Schalkern vor Schreck leicht paralysierte Mädel am Umbuchschalter behauptet das glatte Gegenteil, aber Bewegung ist ja gesund, auch wenn es Terminaljogging ist.

Frei nach der Fußballweisheit „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß...!“ streiken dann auch noch die Computer und wir sehen uns bereits unter einer Brücke oder in der Bahnhofsmission nächtigen. Artgerechte Haltung für asoziale Schalker quasi... Zu allem Überfluss haben einige aus der Truppe in Porto auch noch Anwesenheitskontrolle und formulieren im Geiste schon eine blumige Entschuldigung für „Kirsche“ und die Abteilung Fanbelange. Immerhin gibt es Verzehr-Voucher, damit wir keine unbeteiligten Fluggäste beißen. Diese belaufen sich auf satte 15 € pro Nase und sind nicht cash auszahlbar, was zu einigen Bier- und Schokoriegel-Hamsterkäufen führt.

Neue Zwischenetappe Frankfurt

Dann nach fast zwei Stunden Warterei und Rennerei ein Lichtblick: Von Frankfurt aus soll am Abend noch ein TAP-Flieger Lissabon ansteuern - und dieser ist noch nicht ausgebucht...! Die Telefonleitungen glühen, dann steht fest: Alle rein in die S-Bahn und via Köln Hauptbahnhof in den ICE zum Flughafenbahnhof Frankfurt.
Das klappt, oh Wunder, erstaunlich gut. Der ICE kommt aus Amsterdam und die Schaffner haben ein Herz für durstige Schalker.
 

Irgendwie is‘ heute nicht unser Tag

In Frankfurt setzen wir dann das muntere Terminaljogging fort und suchen den Check-In-Schalter, der von einem Mitarbeiter mit deutscher Gründlichkeit und Sendungsbewusstsein bewacht wird: Genau DA, wo fußlahme Schalker auf dem Boden sitzen, muss er einen Aufsteller platzieren. Und bevor nicht alle einen Meter zurückgetreten sind, fängt er gar nicht erst an... Irgendwann merkt aber auch Mr. Wichtig, dass er, wenn Blicke töten könnten, nur noch ein rauchendes Häufchen Asche wäre und er zieht sich mit einigen gemurmelten Sätzen, dass er doch auch nix für den abgesagten Flieger in Köln könne, sicherheitshalber hinter seinen Computer zurück. Einen Computer, der ebenso wie der seiner charmanten Kollegin gerade lahmt.

Irgendwann sind dann aber vermeintlich alle eingecheckt, also schnell zum Gate. Der Fußballteufel wälzt sich derweil wohl kichernd am Boden, denn „schnell“ geht auf dem gigantischen Flughafen Frankfurt gar nichts, wenn man zum Gate A 36 möchte. Mit dieser Laufleistung wären wir beim Kicker in der Elf des Spieltages!

Der doppelte Günt(h)er

Dann die Durchsage: Das Flugzeug nach Lissabon ist komplett ausgebucht, jeder Passagier aus der Holzklasse darf daher wirklich nur ein Kreuz, pardon, ein Stück Handgepäck mitnehmen. Außerdem wird einer von zwei Günt(h)ers unserer Truppe gesucht.

...denn das Mädel am Schalter hatte den einen Günter zweimal, den anderen Günther aber trotz Vorlage des Reisepasses gar nicht eingebucht. Reingekommen ist aber der nicht eingebuchte Günther, Günter soll deshalb draußen bleiben... Bis das aufgeklärt ist und Günter-ohne-H unter allgemeinem Applaus das Flugzeug entern kann, sind Schalker wie Airlinemitarbeiter überzeugt, dass die jeweils andere Seite bei der Verteilung der Suppe der Intelligenz mit einer äusserst grobzinkigen Gabel in der Schlange stand. 
Irgendwann sind dann aber wirklich ALLE drin, es kommt KEIN Techniker mehr für eine Kleinigkeit vorbei und wir starten mit rund siebeneinhalbstündiger Verspätung zumindest Richtung Lissabon. Bis auf eine kleinere Turbulenz verläuft der Flug problemlos, um 21.20 Uhr Ortszeit setzen wir in der portugiesischen Hauptstadt auf. 

Kein Happy-End

Kleine Tücke: Jedenfalls für die die, die mehr als nur Handgepäck haben, gibt‘s die früheste Weiterflugmöglichkeit nach Porto um 23.50 Uhr Ortszeit, also zehn vor eins in Good old Germany. Um 0.52 Uhr berühren wir - heureka!!! - tatsächlich die Landebahn in Porto. 

Doch man sollte den Tag bzw die Nacht bekanntlich nicht vor dem Ende loben und so müssen wir feststellen, dass unsere zwei Koffer es wohl aufgrund der Günther-Turbulenzen leider nicht nach Porto geschafft haben. Genau das, was man nach einer schlappe 19 Stunden nach unserem Start am Morgen dauernden Auswärts-Odyssee NICHT braucht... Immerhin: Die Tickets sind am Mann bzw an der Frau.

Königsblaue leicht entnervte Grüße
Susanne

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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