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Ailton, Assauer & Co.
Werder vs. Schalke: Das ewige Transfer-Theater

Ailton wechselte einst von Bremen nach Schalke. (Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Der kurzfristige Abgang des neuen Schalke-Stürmers Franco Di Santo hat bei Werder-Anhängern für böses Blut gesorgt. Und schlechte Erinnerungen geweckt: Denn er reiht sich nahtlos ein in eine Reihe spektakulärer Wechsel zwischen beiden Clubs. 

Als Söldner und Verräter wird Di Santo von den Werder-Fans in den sozialen Netzwerken beschimpft, die ihm insbesondere seine Hinhaltetaktik im Vorfeld des Transfers übelnehmen. Auch wenn die Wut im Netz oft stärker hochkocht als im Stadion – auf einen freundlichen Empfang darf der Argentinier am Samstag kaum hoffen. Auch Werders Co-Trainer Torsten Frings scheint gegen einen frostigen Empfang für Di Santo im Weserstadion nichts einzuwenden zu haben. Via BILD erklärte er lapidar:  „Die Zuschauer werden schon das machen, was sie für richtig halten.“
Manch Werder-Fan wünscht dem abtrünnigen Stürmer sogar die Höchststrafe – einen unrühmlichen Karriereknick á la Ailton. Den einstigen Bremer Publikumsliebling trug es schließlich nach seiner Stippvisite im Ruhrpott vollends aus der Kurve.  Am Ende verdingte sich der einstige Kugelblitz bei Hassia Bingen und im RTL-Dschungelcamp – schwer zu urteilen, welche der beiden Stationen den ultimativen Tiefpunkt seiner Wanderjahre darstellte.  

Der Brasilianer war eine gewichtige, aber nicht die einzige Episode im ewigen Wechsel-Zwist zwischen beiden Vereinen. Denn geräuschlos verliefen die Transfers zwischen Königsblau und Grün-Weiß selten ab. Den Höhepunkt markierte das Jahr 2003. Schalke-Manager Rudi Assauer holte innerhalb von Tagen zum Doppelschlag aus und verpflichtete zwei zentrale Stützen der späteren Meisterelf des SVW.

Neben Ailton verließ auch Innenverteidiger Mladen Krstajic Werder.  Im Gegensatz zu Horst Heldt, dem Werders Geschäftsführer Sport Thomas Eichin im Fall Di Santo ein seriöses Vorgehen bescheinigt, zog Rudi Assauer vor zwölf Jahren den geballten Zorn der Werder-Bosse auf sich. Der Schalke-Ikone wurde vorgeworfen, seine Insider-Kenntnisse bei Werder schamlos ausgenutzt zu haben. Die Frage, ob Assauer sich an die Spielregeln hielt und die Nordlichter rechtzeitig informiert hatte, erregte wochenlang die Gemüter.

Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen blieb auch fortan nicht konfliktfrei. Schließlich setzte sich die Absatzbewegung von Bremen nach Gelsenkirchen in der folgenden Saison fort, als Mittelfeldmotor Fabian Ernst ablösefrei die Hanseaten verließ. Die Vorahnung, dass Werder mit dem Double-Gewinn an seine Grenzen gestoßen war, ließ den Wechsel für das Trio wohl einfacher erscheinen.  Damals wie heute begründeten die Werder-Stars übrigens ihre Entscheidung gerne nicht mit höheren Verdienstmöglichkeiten, sondern wahlweise mit einer  neuen Herausforderung, besseren Perspektiven oder dem internationalen Geschäft auf Schalke. 

Ailton im Abseits

Für Ailton ging die Rechnung allerdings nicht auf: Er stand auf Schalke oft im Abseits – nicht nur auf dem Platz. „Schalke versteht mich nicht“, jammerte das Unikum mehr als einmal. Den Wechsel hat er öffentlich später stets bereut. Vermutlich deshalb, aber auch wegen seines bisweilen arg kindlichen Gemüts wollten die Werder-Fans dem Brasilianer den Abgang nicht ewig nachtragen. Seine an Kuriositäten reiche Karriere endete so immerhin versöhnlich mit einem Abschiedsspiel im Weserstadion.

Auch vor 2003 hatten Transfers von Bremen nach Schalke schon für Furore gesorgt. Mit Oliver Reck und Frank Rost heuerten 1998 und 2002 gleich zwei Werder-Keeper bei S04 an. Dass sich Schalke auf dieser Position bei den Hanseaten heute noch einmal bedienen würde, ist allerdings angesichts der notorischen Torwart-Misere an der Weser kaum vorstellbar.

Den Anfang der Wechselspiele zwischen beiden Vereinen machten in der Bundesliga übrigens die Norddeutschen, als sie 1964 Schalkes Stürmer-Hoffnung Klaus „Zick-Zack“ Matischak abwarben. Und noch einmal gelang ihnen ein Coup: Das bei Schalke in Ungnade gefallene Top-Talent Mesut Özil unterzeichnete 2007 Stunden vor Schließung des Transfer-Fensters beim SV Werder. „Ich sehe für mich bei Werder die beste Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln“, begründete der spätere Weltmeister seinen Schritt. Undenkbar, dass ein Spieler dieser Qualität heute auf dem Weg zu Real Madrid eine Zwischenstation in der Hansestadt einlegen würde, um dort zu reifen – so sehr hat der Club seither an Strahlkraft verloren. Für den damaligen Bremen-Manager Klaus Allofs erwies sich Özil aber beim Weiterverkauf als lohnenswertes Investment.   

Bei allem Transfer-Theater zwischen Bremen und Schalke: Einer wechselte ohne großes Ballyhoo von Blau-Weiß zu Grün-Weiß  und sogar wieder zurück – eingefädelt jeweils von Rudi Assauer.  Bei seiner Rückkehr ins Parkstadion war Klaus „Tanne“ Fichtel allerdings schon 39 Jahre alt und sein allerletztes Bundesligaspiel als 43-jähriger bestritt er natürlich gegen Werder Bremen. 


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12Wolfsburg1115:17-212
13Bayer 041116:24-811
14Schalke 04118:15-710
15Nürnberg1111:24-1310
16Hannover1114:22-89

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