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Königsblauer Kommentar
Wintertransfers auf Schalke? Nein, danke!

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Manager Christian Heidel sucht fieberhaft nach Neuzugängen: Ein Ersatz für den zum AS Monaco abgewanderten Innenverteidiger Naldo soll her, dazu wünscht sich Trainer Domenico Tedesco offensive Verstärkungen auf der „Neun, Sieben oder Elf“. Susanne Hein-Reipen sieht Transfers nach Beginn der Rückrunde äußerst kritisch…

Reden wir Tacheles: Wenn’s nach mir ginge, würde der Schalker Kader maximal um einen Nachwuchs-Innenverteidiger aufgestockt, ansonsten bekämen alle Profis die Ansage, gefälligst die Arschbacken zusammenzuzukneifen und den Karren, den sie in der Vorrunde zusammen in den Dreck gefahren haben, gemeinsam wieder dort herauszuziehen!

Gute Transfers sind rar und teuer

In der Wintertransferpause ist es ohnehin noch schwieriger als im Sommer, bezahlbare Spieler zu verpflichten, die hoffen lassen, der Mannschaft sofort weiterzuhelfen. Die Transferperiode ist kurz, der Markt eng, richtig gute Spieler sind entweder in ihren aktuellen Vereinen gesetzt (und damit teuer) oder haben irgendeinen Haken wie beispielsweise eine ausgeprägte Verletzungshistorie. 

Wirtschaftlich darstellbar sind oft nur eine Ausleihe eines Spielers, der bei einem „Big Player“ nicht so richtig zum Zuge kommt oder „das Prinzip Hoffnung“, einen Spieler aus einer unterklassigen Liga zu verpflichten. Gerade mit ersterem hat Schalke jedoch bereits mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht: Im Winter 2018 floppte auch die zweite Leihe von Baba, Marko Pjaca absolvierte gerade einmal 259 Spielminuten für Königsblau. Im Jahr zuvor erregte Bayern-Rekonvaleszent Holger Badstuber die Gemüter, ohne Schalke weiterhelfen zu können. Andere Kandidaten wie Younes Belhanda, Jan Kirchhoff, Michel Bastos oder Raffael blieben sehr kurzzeitige Erscheinungen, die Schalke nicht nach vorne brachten.

Obasi und Streit lassen grüßen

Heidel ist mit seinen „Winterschwierigkeiten“ nicht allein: Auch einige der größten personellen Missverständnisse seiner Vorgänger der letzten zehn Jahre kamen als Notnagel im Winter. Bei Chinedu Obasi wandelte sich eine Winter-Ausleihe dank eigenartiger Vertragsgestaltung von Horst Heldt in einen langfristigen Vertrag um, der den Verein viel Geld und Nerven kostete. 

Felix Magath schmiss im Winter u. a. Ali Karimi, Anthony Annan, Angelos Charisteas, Danilo Avelar (wer?), Junmin Hao, Edu, Mario Gavranovic, Besart Ibraimi (ja, der war auch mal bei uns), Bogdan Müller (…!) und Tore Reginiussen in seinen Knickbus-Einkaufswagen und Andreas Müller lockte im Winter 2008 Albert Streit für ein fürstliches Gehalt nach Gelsenkirchen. Noch Fragen?

Hohes Risiko

Aktuell kommt noch erschwerend hinzu, dass das Wintertrainingslager bereits vorbei ist und etwaige Neuzugänge ohne Gewöhnung ans Team sofort ins kalte Wasser geworfen werden müssten: Das gelang in den letzten Jahren auf Anhieb einzig Guido Burgstaller (Winterneuzugang 2017); selbst ein gestandener Bundesligaprofi wie Daniel Caligiuri (Winter 2017) brauchte eine gewisse Eingewöhnungszeit, um durchzustarten. Dies würde umso mehr für die derzeit gehandelten Neuzugänge aus fremden Ligen gelten.

Ebenfalls nicht unproblematisch ist die Ansage Heidels, ein Innenverteidiger müsse „damit umgehen, dass er eventuell nicht spielt“, denn im Normalfall seien Salif Sané und Matija Nastasic gesetzt. „Das ist schwierig, so jemanden zu finden“. Von Bank zu Bank wird aber kaum ein gestandener Profi wechseln, also bleibt fast nur noch ein Nachwuchstalent – oder ein sozialverträglicher „alter Kämpe“ der Kategorie Sascha Riether. Mit einem solchen hätten wir aber wahrscheinlich wieder das Problem, dass dieser wie Höwedes, Geis oder zuletzt wohl auch Naldo nicht Tedescos Ansprüchen in puncto Schnelligkeit genügt…

Mannschaft ist stark genug für Nichtabstieg

Es wird in der Rückrunde primär darum gehen, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern, dafür muss auch die Qualität der vorhandenen Spieler ausreichen. Wenn der Start gelingt und die Mannschaft einen positiven Lauf bekommt, kann man immer noch nach oben (oder auf die Pokalwettbewerbe) schielen, eine Garantie für einen solchen Aufschwung hingegen gäbe es selbst mit Messi und Ronaldo nicht. Das Problem der Hinrunde war gerade nicht fehlende individuelle Qualität, sondern mangelndes Zusammenspiel und Funktionieren als Mannschaft, was in der Vorsaison noch so hervorragend funktioniert hatte. Dies lässt sich – egal, wie gut, egal, wie teuer - nicht durch einen oder zwei einzelne neue Spieler beheben.

Schalke wäre daher gut beraten, die aktuelle Diskussion einzustellen und den vorhandenen Spielern das Vertrauen auszusprechen und sie in die Pflicht zu nehmen, statt ihr Selbstbewusstsein weiter zu untergraben und ihnen Ausreden zu liefern, dass die versprochenen Neuzugänge nicht oder zu spät gekommen seien. Auch für das wegen des übereilten Abgangs von Naldo ohnehin ramponierte Ansehen Heidels wäre es besser, seiner Transferbilanz nicht weitere zu teure und zu kurzfristige Transfers hinzuzufügen oder gar eingestehen zu müssen, dass man trotz mehrfacher öffentlicher Absichtsbekundungen keinen  finanziell und sportlich passenden Spieler gefunden hat.

Nachhaltigkeit: Wie wäre es denn mit Marvin Friedrich?

Heidelselber betont oft, perspektivischer und nachhaltiger Erfolg sei wichtiger als kurzfristiger – das sollte dann auch für nicht zwingend notwendige Winter-Panikverpflichtungen gelten. Benjamin Stambouli und Weston McKennie haben bereits als Innenverteidiger ausgeholfen. Ein Kandidat für die Zukunft könnte hingegen Marvin Friedrich sein, der sich seinerzeit trotz guter Ansätze nicht gegen Höwedes, Matip und Co. durchsetzen konnte, mittlerweile aber als Stammspieler bei Union Berlin einer der stärksten Innenverteidiger der zweiten Liga ist. 

Im offensiven Mittelfeld sollte einem Transfer von Amine Harit unbedingt ein Riegel vorgeschoben werden, zumal Suat Serdar derzeit an einer schweren Zerrung laboriert. Es wäre fahrlässig, nach dem „Innenverteidiger-Schlussverkauf“ ohne Not auch noch einen der wenigen kreativen Spieler ziehen zu lassen. Im Sturm wäre Schalke dagegen nach einem eventuellen Weggang Konoplyankas mit Uth, Burgstaller, Skrzybski, Embolo und Teuchert noch auskömmlich besetzt; bei Engpässen können die U-Offensivkräfte Kutucu, Wright und Fontain – allesamt Teilnehmer des Trainingslagers – aushelfen. 

 


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Tabelle

23. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Düsseldorf2225:41-1625
13Freiburg2229:37-824
14Schalke 042225:32-723
15Augsburg2231:40-918
16Stuttgart2319:51-3216

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