Jeron Al-Hazaimeh im Interview
Lotte gegen Osnabrück: "Heimvorteil? Wir können auch in Münster spielen..."

Jeron Al-Hazaimeh. (Foto: Schulte)
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Lotte – Unter dem neuen Trainer Nils Drube haben die Sportfreunde nur einmal verloren. Trotzdem bleibt die Lage in der Tabelle angespannt. Und jetzt steht das Nachbarschaftsduell gegen Osnabrück an. Wir haben dazu mit Jeron Al-Hazaimeh gesprochen, der das Spiel als Ex-Preuße noch als echtes Derby kennt... 

Frage: Nach dem Fehlstart konntet ihr euch ja endlich etwas stabilisieren. Das dürfte die Stimmung vor dem Spiel gegen Osnabrück entspannt haben, oder?

Jeron Al-Hazaimeh: Die Stimmung ist natürlich gerade überragend. Wir haben aus den letzten Spielen viele Punkte geholt. Auch gegen Gegner, wo man das nicht unbedingt erwartet hat. Zum Beispiel der Sieg in Karlsruhe. Je mehr Spiele man gewinnt und je mehr Punkte man hat, umso besser ist doch einfach die Stimmung (lacht).   

Tat die Länderspielpause trotzdem gut? So zum Durchatmen?  

Ja. Gerade auch, weil wir davor noch eine englische Woche hatten. Unser Spiel ist momentan sehr intensiv. Die Pause kam jetzt wirklich genau im richtigen Moment. Wir konnten auch taktisch das ein oder andere noch mal in Ruhe trainieren, so dass wir jetzt gegen Osnabrück wieder mit Vollgas starten können.  

Noch ein kurzer Blick zurück? Unter Matthias Maucksch lief das alles nicht so rund... 

Über die Vergangenheit wollen wir nicht mehr sprechen, weil man sie eh nicht mehr ändern kann. Wir blicken jetzt einfach nur noch nach vorne. Das ist das, was uns weiterbringt. Wir müssen schließlich den Klassenerhalt schaffen. 

Aber du bist froh über den Neuanfang?   

Ich bin froh, dass wir jetzt endlich Punkte gesammelt und uns so etwas Luft verschafft haben. Diese Liga ist sehr eng. Das wissen wir. Das weiß jeder. 

Was zeichnet denn den neuen Coach Nils Drube aus? 

Wir arbeiten sehr viel im taktischen Bereich mit ihm. Wir analysieren den Gegner sehr genau, um im Spiel dann zu versuchen, die Schwächen des Gegners richtig auszunutzen. Das ist uns bislang auch recht gut geglückt. 

Und das fehlte zuvor? 

Das sieht man ja anhand der Ergebnisse, dass es vorher anders gelaufen ist. Momentan sind wir einfach nur glücklich, dass wir jetzt den Trainer bzw. das aktuelle Trainerteam haben.  


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Ihr habt mit Nils Drube aus sechs Spielen zehn Punkte geholt und gegen Braunschweig einen 0:2-Rückstand sogar noch in ein Unentschieden umgewandelt. Ein wichtiger Punkt für die Moral. 

Ja, natürlich. Es ist für uns als Mannschaft einfach unglaublich wichtig zu wissen, dass wir auswärts gegen einen sehr guten Gegner wieder zurückkommen können. Jeder dachte sicherlich, wir haben das Spiel verloren. Aber wir als Mannschaft haben weiter an uns geglaubt. Es ist wichtig, dass wir an uns glauben können – egal gegen welchen Gegner wir spielen. Also egal, ob der Gegner jetzt in der Tabelle vor uns steht oder einfach einen großen Namen hat. Und mit diesem Gefühl gucken wir jetzt von Spiel zu Spiel. 

Trotz des Aufschwungs steht ihr auf Platz 14 aber immer mittendrin im Tabellenkeller.  

Man muss immer sehen, woher wir kommen. Wir kommen aus der Regionalliga. Wir sind ein kleines Dorf. Wir haben jetzt auch nicht die Ansprüche, oben mitzuspielen. Uns geht es ganz klar um den Klassenerhalt. Die Liga ist sehr sehr eng. Jeder Punkt tut uns da aber sicherlich gut. 

Du hast von 2014 bis 2016 schon mal für die Sportfreunde gespielt und bist mit Lotte damals sogar aufgestiegen. Stichwort Teamspirit: Nimmst du große Unterschiede von damals zu jetzt wahr?

Nein. Teamspirit war damals das Wichtigste und ist es heute. Nur so kann man die Liga halten. Das wissen wir. Und ich denke, wenn wir so weiter machen als Team, im Team, wird es am Ende für auch uns gut aussehen.   

Kommen wir zum anstehenden Derby gegen Osnabrück. Du kennst das ja aus Münster bestens - fühlt sich das in Lotte auch so an?

Ich denke, das kann man nicht vergleichen. Das Spiel Münster gegen Osnabrück hat noch mal eine ganz andere Brisanz. Es hat eine ganz andere Geschichte. Lotte gegen Osnabrück ist ein Nachbarschaftsduell. Natürlich sehen wir es aber auch als Derby und natürlich wollen wir das Spiel auch gewinnen. Auch wenn Münster gegen Osnabrück etwas anders ist, ist das Spiel für uns auch auf jeden Fall etwas Besonders. Also definitiv kein Spiel wie jedes andere. 

Lotte konnte in bisher vier Pflichtspielen gegen den VfL Osnabrück noch keinen Sieg einfahren. Drei Spiele gewannen die Lila-Weißen, eine Partie endete Unentschieden.  Was erwartest du vom fünften Derby und was stimmt dich optimistisch?  

Ja, jeder weiß, dass Lotte noch nie gegen Osna gewonnen hat. Das ist natürlich nicht so schön. Aber wir wollen das jetzt am Samstag versuchen, zu ändern und gerne endlich mal zeigen, dass wir auch mal gegen den großen VfL gewinnen können. Das Spiel ist wie ein Pokalspiel. Die Tabellenplatzierung ist völlig egal. Da wird gefightet, geackert. Wenn wir das Spiel von der ersten Minute an annehmen, den Gegner zu Sachen zwingen, die er nicht will, dann denke ich schon, dass wir eine Chance haben. Ich denke, das Spiel wird letztendlich über den Kampf entschieden. 

Kommen die Fans vorher auch zum Training, um euch zusätzlich auf das Derby einzustimmen? 

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, weil ich bisher noch nie mit Lotte gegen Osnabrück gespielt habe.

Bislang wurden rund 5000 Karten verkauft. 3000 an eure Fans. 2000 an die Fans des VfL. 

Man kann ja auch immer noch Karten an der Tageskasse kaufen. Das wissen die meisten auch. Deswegen denke ich schon, dass es letztendlich noch recht voll wird im Stadion. 

Welche Rolle spielt der Heimvorteil?   

Bei einem Derby ist das egal. Da ist der Platz, auf dem man spielt, genauso egal wie der Tabellenplatz, auf dem man steht. Wir könnten auch in Münster spielen (lacht). Das spielt im Derby, finde ich, keine Rolle. 

Nach dem Derby geht es gleich weiter zum Tabellenzweiten Uerdingen. Die Aufgaben werden also nicht einfacher. Würde ein Sieg am Samstag zusätzliche Kräfte freisetzen? 

Natürlich wäre ein Sieg im Derby auch für die Mentalität in der Mannschaft richtig gut. Das ist klar. Aber generell schauen wir von Spiel zu Spiel. An Uerdingen denken wir deshalb jetzt noch gar nicht. 

Jeron, vielen Dank für das Gespräch! 

Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Meppen3342:44-243
13U´haching3345:39641
14SF Lotte3330:37-739
15Großaspach3329:33-438
16Braunschw.3338:48-1037

 


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