Berichte aus dem Krombacher-Pokal

Favorit setzt sich durch
4:0 beim Lüner SV - SV Rödinghausen entscheidet das Pokalschreck-Duell für sich

(Foto: Dellbrügge)
(Foto: Dellbrügge)
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Lünen – Im Westfalenpokal stand am Samstag das Duell der "Pokalschrecks" an. Der Lüner SV empfing den SV Rödinghausen. Am Ende setzte sich der Regional- mit 4:0 beim Westfalenligisten durch. Doch so klar, wie es das Ergebnis aussagt, war das Spiel über lange Zeit nicht. Lünen konnte sich teuer verkaufen und würde gerne wiederkommen...

Alle Spiele im Viertelfinale im Westfalenpokal 2018/2019

Puuuh. Spaßig war der Samstag in Lünen aber mal so gar nicht. Im Viertelfinale des Westfalenpokals trafen hier der Westfalenligist Lüner SV und der SV Rödinghausen aufeinander. Bei Dauerregen und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt war schon vor dem Spiel klar: Einen fußballerischen Leckerbissen muss hier in der Kampfbahn Schwansbell niemand erwarten.

Und so kam es dann auch. Der SV Rödinghausen setzte sich letztlich zwar deutlich mit 4:0 durch, wusste dabei aber nicht immer zu Überzeugen. Hinter dem Regionalligisten lag da "ein typisches Pokalspiel", wie es Trainer Enrico Maaßen einschätzte.

Der Trainer des SV Rödinghausen hatte einen defensiven Gegner erwartet, der auf Konter setzt, um zum Erfolg zu kommen. Doch daran dachte Mario Plechaty mit seinem Team aber mal so gar nicht. Der klassentierere Lüner SV spielte von Beginn an munter mit, versteckte sich kein bisschen. 

Zwei Mal Pokalschreck

Und warum auch? Beide Teams haben sich in der Frühphase der Saison einen Ruf als Pokalschreck erarbeitet. Während der SV Rödinghausen das mit dem Sieg über Dynamo Dresden im DFB Pokal und mit Siegen gegen die Drittligisten SF Lotte und Preußen Münster zwar auf größerer Bühne schaffte, so setzte sich der LSV immerhin auch schon gegen die Oberligisten Holzwickeder SC und Hammer Spielvereinigung durch.

Das Selbstvertrauen aus diesen Spielen ging den Lünern dann auch am Samstag nicht ab. Doch getroffen hat trotzdem nur der Gast. Nach einem katastrophalen Abschlag vom Lüner-Schlussmann Florian Fischer kam der Ball über Meyer und Schlottke zu Engelmann, der keine große Mühe mehr hatte, die Führung für Rödinghausen zu erzielen. Nach elf Minuten war der Favorit also in Führung.

Oftmals zieht das dem Underdog den Zahn, doch aufgeben war zu diesem frühen Zeitpunkt keine Option für die Gastgeber. Und so hätte Lünen sich durchaus in das Spiel zurückkämpfen können. Nach einer halben Stunde konnte die Defensive Rödinghauses den Ball nicht sauber aus dem Strafraum bringen. Mirza Basic stand plötzlich völlig frei vor dem Tor, vergab die große Chance zum Ausgleich aber.

So ging es mit dem knappen 0:1 in die Pause. Aus dieser kam der Lüner SV wiederum mit leichten Vorteilen. Der mit nach vorne geeilte Defensivspieler Matthias Göke kam zum Abschluss, doch sein Schuss fand nur Gästekeeper Schönwälder. In dieser Phase des Spiels wäre ein Ausgleich für den Gastgeber verdient gewesen.

Jetzt aber schaltete Rödinghausen einen Gang hoch und machte sich auf, dass Spiel zu entscheiden. 18 Minuten vor dem Ende der Partie erzielte Dacaj das 2:0. Velagic hatte auf Meyer geflankt, der auf Dacaj weiterspielte. Für Mario Plechaty war das der Knackpunkt: "Dieses Tor war tödlich für uns", so der Coach der Lüner im Anschluss an die Partie.

Am Ende geht Lünen die Luft aus

Und jetzt wurde es dann doch noch deutlich. Rödinghausen blieb auf dem Gas, während den Lünern langsam aber sicher die Energie ausging. In der 81. Minute legte der inzwischen eingewechselte Nikola Serra den dritten Treffer nach. Und nur wenig später tauchte der SVR wieder vor dem Tor auf. Engelmann wurde im Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Velagic zum Endstand. Rödinghausen sichert sich so das Ticket für das Halbfinale. Neben Rödinghausen stehen dort auch der TuS Haltern, der SC Wiedenbrück und der SC Verl.

Beim Lüner SV waren sie nach dem Spiel nicht unzufrieden. "Wir haben uns gegen einen hochklassigen Gegner teuer verkauft. Die Niederlage ist sicher ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen", sagte Peter Marx im Gespräch mit westline.

Der 2. Vorsitzende des Klubs zeigte sich jedoch mit anderen Sachen unzufrieden. So hat der Klub 250 zahlende Zuschauer gezählt. An einem Wochenende, an dem in der Stadt fußballtechnisch keine anderen Spiele anstanden zur Spielzeit keine Großveranstaltungen in der Stadt anstanden. "Das ist schon ein bisschen schade. Aber auch gegen Holzwickede und Hamm war der Zuspruch leider nicht so wie gewünscht. Wir wissen auch nicht, woran das liegt", so Marx weiter.

LSV gerne auch nächstes Jahr wieder dabei

Da die Ticketeinnahmen mit dem Gastverein geteilt werden und auch der Verband noch seinen Teil des Kuchens bekommt, bleibt da wenig über, worüber sich der Lüner SV freuen kann. Auf die Frage nach der wirtschaftlichen Seite des Abschneides im Westfalenpokal sagte Marx dann: "Das ist für uns kein Aspekt. Für einen richtigen Gewinn hätten auch wir schon in die erste Hauptrunde im DFB Pokal einziehen müssen."

Das bleibt jedoch vorerst nur ein Traum. Für Lünen ist das Abenteuer Westfalenpokal für diese Saison beendet. Jedoch darf der Klub durchaus zufrieden auf das Abschneiden zurückblicken. So ist der Klub der beste Westfalenligist gewesen und hat Blut geleckt. Peter Marx gab die Richtung abschließend vor: "Wir geben jetzt im Kreispokal (wo der LSV ebenfalls im Viertelfinale steht) alles, um auch in der nächsten Saison wieder am Westfalenpokal teilnehmen zu dürfen."

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