Berichte aus dem Krombacher-Pokal

Sportfreunde Lotte im Westfalenpokal zu Gast
Der FC Gütersloh und die vielleicht letzte Chance auf das große Geld

Fatmir Vata und der FC Gütersloh wollen den Strohhalm DFB-Pokal gegen die SF Lotte ergreifen. (Foto: Jan Ahlers)
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Gütersloh – Am Mittwochabend steigt das letzte Viertelfinale im Westfalenpokal – endlich, dürften sowohl der FC Gütersloh als auch die Sportfreunde Lotte erleichtert aufstöhnen. Die sechste Englische Woche in Folge für den Drittligisten, die wohl letzte Chance auf großes, bitter benötigte Geld für die Ostwestfalen. Trainer Fatmir Vata weiß, was dieses Spiel bedeutet.

„Natürlich ist unsere Chance in diesem Wettbewerb nicht sonderlich groß“, verriet Vata. Schließlich wartet mit dem SV Rödinghausen ein solider Regionalligist auf den Gewinner, im Finale müsste aller Voraussicht nach der SC Paderborn bezwungen werden – vielleicht aber auch die TSG Sprockhövel. „Erst einmal richten wir unsere Augen nur auf das Spiel gegen Lotte“, formuliert der Übungsleiter die Devise. Die kleine Möglichkeit, etwa 200.000 Euro einzunehmen, sie soll am Leben gehalten werden.

Ob es den FC Gütersloh zum Zeitpunkt der ersten DFB-Pokalrunde 2017/18 überhaupt noch gibt, das steht in den Sternen. Ende März verkündete der Verein, dass weitere 150.000 Euro benötigt werden, um den Spielbetrieb in den kommenden beiden Jahren zu finanzieren – die Schulden wachsen dem ehemaligen Zweitligisten über den Kopf. Hier könnte der Pokaleinzug Wunder bewirken: Kämen tatsächlich der FC Bayern, der BVB, Schalke 04 oder Arminia Bielefeld ins Heidewaldstadion, wäre dieser Betrag urplötzlich realistisch zu stemmen.

Vata will über 1000 Zuschauer im Heidewaldstadion sehen

Dafür muss zunächst aber Lotte geschlagen werden. Die SFL kommen mit sieben sieg- und torlosen Partien im Gepäck, es herrscht Unzufriedenheit im Tecklenburger Land. „Vielleicht ist das gut für uns, aber sicherlich möchte sich das Team nun erst recht beweisen“, schreibt Vata Lotte die Rolle des angeschlagenen Boxers zu. Auch die Spielerkritik von Ismail Atalan wertet er als „letztes Mittel, um alles aus der Mannschaft herauszuholen. Das ist völlig legitim.“

Gütersloh selbst brauche derweil eine „besondere Leistung.“ Er habe seine Mannschaft unter anderem an den 4:2-Erfolg über den SV Lippstadt 08 vor einer Woche erinnert. „Eine starke Leistung vor starker Kulisse“, so Vata, der aber am Mittwochabend auf noch mehr als die damals anwesenden 573 Zuschauer hofft: „Die Zahl darf sich gerne verdoppeln, wir wollen über tausend Leute im Stadion haben. Das hat sich die Mannschaft verdient. Für manche ist es vielleicht sogar das Spiel ihres Lebens.“

Um Lotte zu besiegen, verwies Vata auch auf das Testspiel gegen Preußen Münster, das im Februar in einer 0:5-Packung endete: „Wir müssen unsere eigenen Möglichkeiten besser nutzen und dürfen kaum eine gegnerische Chance zulassen. Fehler in der Defensive werden von Drittligisten gnadenlos bestraft.“


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