Berichte aus dem Krombacher-Pokal

2:1 gegen Hamm
Der Lüner SV überrascht erneut - Favoritenschreck im Westfalenpokal

(Foto: Dellbrügge)
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Lünen – Zum zweiten Mal in Serie konnte der Lüner SV im Westfalenpokal überraschen. Nachdem der Westfalenligist in der zweiten Runde den Holzwickeder SC ausschaltete, musste am Tag der Deutschen Einheit auch Oberligist Hammer Spielvereinigung dran glauben. Durch ein Tor im letzten Augenblick schoss Lünen sich in das Viertelfinale. Und da winkt dem LSV das große Los...

Langsam aber sicher mausert sich ein Westfalenligist zum Favoritenschreck im Westfalenpokal. Am Mittwochnachmittag schaltete der Lüner SV zum zweiten Mal in Serie einen Oberligisten aus und steht damit im Viertelfinale. Nachdem in der zweiten Runde der Holzwickeder SC dran glauben musste, erwischte es am 3. Oktober 2018 nun die Hammer Spielvereinigung.

Dabei sah es in der Schlussphase der Partie so aus, als würde der klassenhöhere Verein sich durchsetzen können. Doch mit einem Tor in der Nachspielzeit schocke Matthias Drees den Gast aus Hamm. Aber der Reihe nach...

290 Zuschauer haben am sonnigen Tag der Deutschen Einheit den Weg in das Stadion Schwansbell gefunden. Und sie sahen vom Start des Spiels weg einen Gastgeber, der einen klaren Plan verfolgte. Die Lünener agierten viel mit langen Bällen, wollten die eigene Geschwindigkeit auf den holprigen Rasen bringen. Angeführt von Marcel Ramsey erspielte sich der Lüner SV so mehr und mehr ein Übergewicht.

Und das sollte sich auszahlen. In der 33. Minute brachte Talha Temur die Hauhserren in Führung. Und diese Führung war verdient. Das sah auch Gästetrainer Alexander Lüggert so: "Die erste Halbzeit von uns war eine Vollkatastrophe. Kein Laufweg hat gepasst.". Dazu, gab der Trainer der Hammer Spielvereinigung zu, habe Lünen die Sache vor allem läuferisch überragend gemacht. Richtige Chancen hatte der Oberligist in den ersten 45 Minuten nicht.

Und Ramsey hätte Lünen durchaus auch höher in Führung schießen können, doch seine Versuche gingen oftmals denkbar knapp am Tor vorbei.

Was genau Lüggert seinen Mannen in der Halbzeit sagte, wollte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht preis geben. Doch seine Mannschaft war kaum wiederzuerkennen. Ein paar Änderungen hätte man schon vorgenommen, sagte der Trainer ohne dabei groß auf Details einzugehen. Es sollte sich auszahlen. Denn die Spielvereinigung drückte den Lüner SV jetzt mehr und mehr in die eigene Hälfte.

Und so machte sich in den zweiten 45 Minuten das Gefühl breit, es sei jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fallen würde. Die Gastgeber beschränkten sich in der Offenive auf einige wenige Konterversuche. Was den Vereinsvorsitzenden Imdat Acar am Rande des Spielfeldes gefühlt fast an einen Nervenzusammenbruch führte.

Doch ein schnell gespielter Angriff hätte 20 Minuten vor dem Ende die Entscheidung bringen können. Doch U19-Spieler Hikmet Konar vergab die Chance. Er lief alleine auf Hamm-Torwart Ivan Mandusic zu, der das Eins-gegen-Eins-Duell jedoch für sich entscheiden konnte. 

"Da machen wir Hikmet aber gar keinen Vorwurf", so LSV-Trainer Mario Plechaty nach dem Spiel. Statt des 2:0 gab es dann aber doch noch den Ausgleich. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit konnte Hamm sich für die Mühen im zweiten Spielabschnitt belohnen.

Der eingewechselte Mike Pihl konnte zum Ausgleich einnetzen. Vieles deutete nun auf eine Verlängerung hin. "Und da sind wir schon davon ausgegangen, dass wir uns dann durchsetzen können", gab Alexander Lüggert an. Doch es sollte anders kommen.

Matthias Drees schoss den Lüner SV in das Viertelfinale des Westfalenpokals. (Foto: Dellbrügge)

Es lief bereits die Nachspielzeit, als sich sichtlich abgekämpfe Gastgeber noch einmal nach vorne spielten. Davut Denizci schlug eine Flanke in den Strafraum, Deniz Gül schraubte sich in Höhe und brachte den Ball auf Matthias Drees.

Der drosch den Ball ins Tor und ließ Mitspieler und Zuschauer eskalieren. Der Schiedsrichter pfiff die Partie zwar noch einmal an, doch Hamm hatte jetzt keine Zeit mehr für eine Antwort. Westfalenligist Lüner SV darf zum zweiten Mal in Serie über einen Sieg gegen einen klassenhöheren Verein jubeln. Als Belohnung winkt nun ein großes Los im Westfalenpokal. Denn in der nächsten Runde trifft der Lüner SV auf den Sieger des Spiels zwischen dem SV Rödinghausen und Preußen Münster.

"Lüner SV gegen Preußen Münster hört sich schon sehr gut an. Das ist ein Duell zwischen zwei Traditionsvereinen in Westfalen. Wenn es denn dazu kommt, so Peter Marx. Der zweite Vorsitzende des Lüner SV würde das Spiel dann extrem gerne auf der eigenen Anlage spielen. "Wir würden der Stadt Lünen gerne zeigen, dass wir so etwas können und den Bürgern der Stadt auch gerne so ein Highlight präsentieren", gab Marx im Gespräch mit westline an.

Dazu jedoch, klar, muss der SC Preußen Münster erst einmal die Aufgabe Rödinghausen lösen. Der Lüner SV drückt die Daumen...

 


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