Berichte aus dem Krombacher-Pokal

Kommentar
Favoriten-Duell in der 1. Runde? Was für ein Blödsinn

(Foto: Schulte)
15

Bereits in der 1. Runde des Westfalenpokals treffen am Mittwoch zwei der Top-Favoriten aufeinander. Das ist die Folge eines neuen Losverfahrens beim Fußballverband. Und es ist eine dumme Idee.

Der Fußballverband Westfalen nennt die Spielpaarung eine "Hammerbegegnung". Und schreibt etwas über "Losfee" und ein "glückliches Händchen". Das alles, weil sich der Verband überlegt hatte, die erste Runde ohne jede Kontrolle auszulosen. Und so bekommt der Verband ein potenzielles Finale bereits in der ersten Runde - und ist damit eines von drei "Top-Teams" direkt wieder los.

Wem soll das eigentlich nützen?

Besteht nicht auch im Westfalenpokal der Reiz des Wettbewerbs darin, dass sich Landesligisten, sogar Kreisligisten einmal unter Echtbedingungen - nicht als Testspiel - einem Profiteam gegenübersehen? 

Man kann ja nicht einmal argumentieren, dass die Amateurteams glücklich sein müssten, einen Favoriten weniger im Wettbewerb zu sehen. Chancen gibt es doch immer. Das weiß übrigens der SC Preußen Münster ganz gut, der in den vergangenen Jahren gleich dreimal in Folge gegen unterklassige Teams aus eben diesem Wettbewerb geflogen war...

Natürlich geht es dabei auch ums Geld. Für alle Klubs. Den DFB-Pokal zu erreichen, ist selbst für Drittligisten wichtig. Die verfügen zwar über absolut gesehen mehr Geld, haben aber auch ungleich höhere Ausgaben. Realität in einer Profi-Liga. Das zählt also auch nicht als Argument.

Was hatten sich die Münchner in der Champions League aufgeregt über vermeintliche Endspiel-Paarungen im Achtelfinale oder später. Setzlisten hatten sie gefordert, um so etwas zu verhindern.

Nun haben die Bayern ganz eigene Probleme mit der Champions League, aber der Kerngedanke ist zulässig: Der Attraktivität und Außenwirkung des Wettbewerbs schadet es, wenn die Favoriten schon in der ersten Runde eliminiert werden. Gezwungenermaßen.

Ein Los wie dieses, das der Verband fröhlich eine "Hammerbegegnung" nennt, geht zu Lasten der beteiligten Drittligisten. Die hatten ja schon einen sicheren Startplatz im DFB-Pokal verloren, weil der Verband den an anderer Stelle ausspielen lässt. Und das ist auch in Ordnung so, schließlich haben die Drittligisten ja noch eine zweite Chance über Platz 4 in der 3. Liga. Davon profitierte 2013 auch der SC Preußen. Im Westfalenpokal verloren die Adler gegen Wiedenbrück, qualifizierten sich aber über die Liga für den DFB-Pokal.

Jetzt hat der Verband seinen "Knüller" zum Start - und anschließend ein Top-Team im Wettbewerb weniger. Das ist eine dumme Idee gewesen.


Lade Umfrage...

 


Lade Forenbeiträge...