Berichte aus dem Krombacher-Pokal

Westfalenpokal
FC Gütersloh kämpft bis zum Umfallen – Lotte im Halbfinale

(Foto: Jan Ahlers)
(Foto: Ahlers)
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Gütersloh – Der Bann bei den SF Lotte ist gebrochen. Mit 2:0 (0:0) setzte sich der Drittligist in einem echten Geduldsspiel beim Fünftligisten FC Gütersloh durch und feiert so verspätet den Einzug ins Westfalenpokal-Halbfinale. Moritz Heyer löste den 803 Minuten festen Torknoten nach 48 Minuten, Marcel Kaffenberger besorgte kurz vor Schluss gegen wacker kämpfende Ostwestfalen die Entscheidung.

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Lotte-Coach Ismail Atalan hatte seine Stammelf nach insgesamt sieben Niederlagen in Serie ein wenig angepasst – Spieler wie Benedikt Fernandez, Andre Dej oder Kevin Freiberger erhielten eine schöpferische Pause, stattdessen bekamen Saliou Sané und Dennis Brock neue Chancen – Routinier David Buchholz hütete das Tor. Gegenüber Fatmir Vata schickte seine stärkste Elf ins Rennen und hatte schon vorher angekündigt: „Das ist für manche das Spiel des Lebens, und so sollen die Spieler auch auftreten.“

Gesagt, getan: Von Beginn an präsentierten sich die Ostwestfalen so eklig wie möglich. Schmissen sich in die Zweikämpfe, scheuten keine Grätsche und zeigten allen voran durch Exauce Andzouana immer wieder auch spielerische Glanzlichter. Die Sportfreunde Lotte versuchten, das zu tun, was ihrem Spielsystem eigentlich überhaupt nicht liegt: Optisch Dominanz auszustrahlen, das Spiel aus der eigenen Hälfte heraus zu gestalten und auf einen ruhigen Aufbau zu setzen. Tempogegenstöße waren ohnehin nicht möglich, Gütersloh stand tief und lauerte selbst auf Konter.

Rhilane scheitert, Heyer trifft

Dies führte dazu, dass die etwa 20 mitgereisten Lotter Anhänger schon nach 30 Minuten erstmals ihrem Unmut Luft machten und „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ gen Spielfeld riefen – in der Hoffnung, die acht Pflichtspiele andauernde Torarmut würde sich bessern. Aber nein: Gütersloh besaß den einzigen Abschluss der ersten Halbzeit, Buchholz parierte gegen Khalil Rhilane (45.). Immerhin besaß Saliou Sané einen vielversprechenden Ansatz, konnte das Spielgerät jedoch nicht kontrollieren (22.).

800 Minuten ohne eigenen Treffer hatte sich Lotte mit dem Halbzeitpfiff zusammengespielt, wie viele Zeigerumdrehungen würden auf diesen Batzen noch aufgerechnet werden? Nicht mehr viele, denn schon kurz nach Wiederanpfiff schlug der Drittligist in Favoritenmanier zu: Dennis Brock fand mit seinem Freistoß Moritz Heyer, der präzise ins lange Eck einköpfte (48.) – die wichtige Führung für die SFL, an der der FC Gütersloh zunächst zu knabbern hatte.

Kaffenberger mit optimalem ersten Ballkontakt zum 2:0

Dann aber, etwa 60 Minuten waren gespielt, raffte sich der Oberligist nochmals auf. Gab alles für das Weiterkommen, auch wenn nur ein Abschluss durch Andzouana heraussprang (72.). Auf der Gegenseite hätte Saliou Sané die Vorentscheidung herbeiführen können, aber Berkay Yilmaz parierte glänzend (68.). Viel Spannung vor Anbruch der Schlussviertelstunde, auch weil Gütersloh stets den Eindruck machte, den Ausgleich noch erzwingen zu können.

Doch Lotte verteidigte souverän und ließ keine weiteren Gelegenheiten mehr zu – auf der Gegenseite bewies der Profiverein hingegen nochmals die nötige Kaltschnäuzigkeit: Sané holte einen Freistoß aus 17 Metern heraus, der eingewechselte Marcel Kaffenberger schlenzte das Spielgerät mit dem ersten Ballkontakt in den linken Winkel (82.).

Der Todesstoß für den Oberligisten, der durch Rhilane auch die letzte Möglichkeit der Partie nicht zu verwerten wusste (87.). Auf die SF Lotte wartet im Halbfinale nun ein Heimspiel gegen den SV Rödinghausen, auf Gütersloh der Existenzkampf in der Oberliga – weiterhin fehlt ein sechsstelliger Betrag, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

FC Gütersloh – Sportfreunde Lotte 0:2 (0:0)
Tore: 0:1 Heyer (48.), 0:2 Kaffenberger (82.)
Zuschauer: 600

 


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