Berichte aus dem Krombacher-Pokal

5:6 gegen FC Gütersloh
Westfalia Kinderhaus schrammt an der Pokalsensation vorbei

Jubel über das 2:1. (Foto: Schulte)
Das Kinderhauser Trainerteam. (Foto: Schulte)

Münster – Auf die denkbar knappste Art und Weise hat der münsterische Bezirksligist die große Pokalsensation verpasst. Erst im Elfmeterschießen unterlag das Team dem Oberligisten FC Gütersloh mit 3:4. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden.

Was hatten sie in Kinderhaus in den Tagen vor dem Spiel gegen den FC Gütersloh erzählt. Ganz chancenlos werde man nicht sein... das hatte Trainer Frank Busch gesagt. Ob ihm das jemand geglaubt hatte? Die Mannschaft offenbar schon. Denn was dann am Samstagnachmittag da hinten auf der Großen Wiese, im Sportzentrum der Westfalia, abging, das war schon aller Ehren wert. Und der Oberligist FC Gütersloh wäre fast gestürzt. Denn das Team von Frank Busch dachte ja gar nicht daran, dem Favoriten höflich das Feld zu überlassen.

Klar, die größeren der insgesamt wenigen Chancen gingen eher an die Gäste. Schon nach zwei Minuten hätte der FCG in Führung liegen können. Da war Saban Kaptan frei vor Tim Pieper, aber der Kinderhauser Torwart parierte sensationell. 

Dann aber, so nach 15 Minuten, bekam Westfalia auch seine Chancen. Ein schöner Freistoß von Dominic Tomasso flatterte dann knapp über das Gästetor. Aber die Führung erzielte eben der Oberligist. Muhammed Bulut nahm Maß und sein Schuss landete satt im Kinderhaus Tor. 1:0 nach 17 Minuten, alles schien seinen Gang zu nehmen...

Aber wie das so ist. Westfalia steckte nicht auf, nicht ansatzweise. Sondern kämpfte, ackerte, hielt dagegen. Mit Mann und Maus gegen den Drei-Klassen-Unterschied. Und so weit auseinander schien das alles nicht. Auch weil Kinderhaus eben den Weg nach vorn suchte, statt Beton anzurühren.

Beispiel? Als nach einer halben Stunde erneut Tomasso eine hammerharte Hereingabe vor das Gütersloher Tor brachte, musste Berkay Yilmaz zwischen den Pfosten schon kräftig zupacken, um das Ding zu entschärfen.

Mit dem knappen Rückstand ging Westfalia in die Pause. Und jubelte kurz nach Wiederanpfiff dann doch. Und wie. Aus dem Gewühl war es am Ende Tomasso, Mr. Überall, der den Ball per Kopf doch irgendwie im Tor der Gäste unterbrachte. Was für eine Freude in Kinderhaus.

Es blieb bis zum Schlusspfiff beim 1:1 - auch wenn beide Teams kurz vor Ende noch jeweils große Chancen bekamen. Zunächst Westfalia nach Kopfball durch Demirdag, dann Chantzopoulos ebenfalls per Kopf. Puh, durchatmen.

Verlängerung! Und wie!

Tatsächlich "rettete" sich der Bezirksligist in die Verlängerung. Und als wäre das nicht Erfolg genug: Nach 105 Minuten lag Westfalia plötzlich selbst vorn. Und zwar dank eines fantastischen Rückzieher-Balls von Demirdag. 2:1 für den Außenseiter. Da (aber nicht erst seit dem Tor) klang es schon ziemlich frech aus dem Publikum: "Oberliga, keiner weiß, warum..."

Tja, und dann ging es doch noch daneben. Per Elfmeter traf Janis Flaskamp nach 111 Minuten - und hievte das Spiel damit ins Elfmeterschießen.

Dessen Geschichte war leider zu schnell erzählt aus Sicht der Gastgeber. Direkt die ersten beiden Elfer vergab Westfalia. Erst Tiem Pieper und dann Nick Rensing trafen nicht. Weil Güterslohs Muhammed Bulut vom Punkt weniger Glück hatte als bei seinem Tor, wurde es doch noch einmal kurz spannend. Aber den entscheidenden Elfer machte Amir Tahiri rein - Gütersloh rettete sich ganz knapp ins Viertelfinale und trifft dort auf den Drittligist SF Lotte.

Kinderhaus indes? Enttäuscht, ja. Aber am Ende sicher stolz über einen ganz starken Auftritt und eine überhaupt tolle Serie im Westfalenpokal 2016/2017. Im kommenden Jahr gerne wieder, jetzt haben sie sicher Geschmack daran gefunden, die Kinderhauser.