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Fanbeauftragter des VfL Bochum
Dirk Moppel Michalowski im westline-Interview

Bochum – Peddas Anziehungskraft, Pyrotechnik und Probleme mit dem Lokalrivalen im westline-Interview äußert sich der Fanbeauftragter des VfL Bochum, Dirk Moppel Michalowski, zu den Entwicklungen der letzten Monate und aktuellen Fan-Themen.

Hallo, Herr Michalowski! War das letzte halbe Jahr das intensivste, turbulenteste für Sie als Fanbeauftragter des VfL Bochum?

Das intensivste mit Sicherheit nicht. Es war definitiv keine besonders schöne Zeit und damit auch mit etwas mehr Arbeit verbunden. Das Wichtigste ist aber schließlich, dass wir es überstanden und den Klassenerhalt geschafft haben.

Wie haben Sie den Morgen des 8.April erlebt? Der Montag, an dem Peter Neururer zurück zum VfL kam…

Die Turbulenzen dieser Tage fingen ja eigentlich schon mit der Niederlage gegen Aue an. Danach war ich persönlich schon sehr niedergeschlagen. Am Sonntagmittag habe ich dann erste Meldungen gehört, dass Peter Neururer zurückkommen könnte. Für diese Situation sicher die richtige Entscheidung. Als ich dann am Montagmorgen zur Arbeit kam, standen plötzlich fünf, sechs Kamera-Teams hier, über 200 Fans. Was sich dann von diesem Tag an in der ganzen Stadt und beim VfL abgespielt hat, war wirklich sensationell

Kamen die Zuschauer tatsächlich gerade wegen Neururer wieder zurück ins Stadion? War er der entscheidende Motor dafür?

Ja, er hat es einfach geschafft, Bochum als Stadt und den Verein wieder aufzurütteln, eine Euphorie zu entfachen. Optimal war dann natürlich der Auftaktsieg in Cottbus. Dadurch wurde vieles leichter.

Was macht ihn so besonders? Ist es vor allem die Erfolgssaison 2003/04, an die viele gerne zurückdenken? Schließlich ist er mit dem VfL ja auch einmal abgestiegen.

Natürlich denken viele zurück an die UEFA-Cup Zeiten mit ihm. Er ist ein Trainer, den viele Fans mögen, aber einige eben auch nicht. Kritiker hatte und hat Neururer immer.

Wie nachhaltig ist im Hinblick auf die Zuschauerzahlen der "Neururer-Effekt?

In der letzten Saison war dieser Effekt natürlich besonders spürbar. Nach drei Niederlagen zuletzt könnte es nun aber auch passieren, dass wir wieder vor lediglich 10.000 Fans spielen. Aber ganz entscheidend ist es, dass die Mannschaft guten Fußball anbietet. Neururer allein, nur weil er auf der Bank sitzt, füllt das Stadion nicht.

Kommen wir zu einigen aktuellen Fan-Themen. Heiß diskutiert wird wieder einmal über Pyrotechnik und Strafzahlungen für den VfL. Ein Problem, das nicht in den Griff zu kriegen ist?

Auf jeden Fall ein Thema, das seit Jahren die Vereine, die Liga, die Verbände und auch die Politik beschäftigt. Grundsätzlich sind viele Fans, wie ich persönlich auch, überhaupt nicht für Pyrotechnik.
Zudem ist es für uns als Verein schlichtweg schwierig, gegen Täter vorzugehen. Bei maskierten Fans, die zündeln, ist es kaum möglich, sicher nachzuweisen, wer es tatsächlich war. Und es ist juristisch nicht einfach, eine Verbandsstrafe an Einzelpersonen weiterzugeben.

Man fragt sich dabei allerdings immer wieder, wie es zusammenpasst, dass diese Leute einerseits alles für ihren Verein tun wollen, ihn so aber nachhaltig schaden.

Das ist eine Frage der Fankultur. Mein Eindruck ist, dass einige leider versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Das bringt aber nichts. Weder Verbände noch Vereine knicken deshalb ein. In so einer Situation sind die Fans schließlich die Verlierer. Und wer jetzt Pyrotechnik einsetzt, begeht eine Straftat oder zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Das ist der Status quo.

Ein anderes Fan-Problem ist aktuell die Rivalität zwischen Fans des VfL und der SG Wattenscheid. Ein Spiel zwischen beiden musste verlegt, eines gar abgesagt werden. Intensiviert sich aktuell diese Feindschaft?

Es ist immer besonders schade, wenn ein Spiel aufgrund möglicher Ausschreitungen abgesagt oder verlegt werden muss. Es darf eigentlich nicht sein, davor zu kapitulieren.
Die Rivalität mit Wattenscheid besteht ja nun seit vielen Jahren. Dass die Polizei das Risiko von zwei Derbys nicht eingehen möchte, kann ich verstehen.

Aber es ist ja durchaus möglich, dass trotz der Parallel-Ansetzung am Sonntag - zeitgleich mit den Profis - einige Blau-Weiße nach Wattenscheid fahren…

Das wird wohl tatsächlich so sein. Welche Lösung, ob Parallelansetzung oder ein anderer Termin, die bessere ist, wird man erst nach dem Wochenende sagen können. Mittlerweile ist es ja auch durchaus so, dass nicht unbedingt am Spieltag, sondern schon im Vorfeld des Stadtderbys etwas passiert.

Zum Abschluss: Die Diskussionen um das DFL-Sicherheitspapier scheinen abgeebbt zu sein? Kehrt wenigstens hierbei Ruhe ein?

Wir als VfL Bochum hatten und haben damit ohnehin keine großen Probleme. Ich glaube nicht, dass unsere Fans irgendwo gemerkt haben, dass sich zuletzt etwas geändert hat. Sicher bin ich mir, dass wir uns bei einem Bundesliga-Aufstieg umstellen müssten. Da liegen Welten zwischen Sandhausen und Eintracht Frankfurt. Das haben wir vor allem im Pokal zu spüren bekommen.

Zur Person:

Dirk Michalowski ist ein echter "Bochumer Junge" und kümmert sich bereits seit den 90er Jahren aktiv um Fanbelange. Seit 2003 ist der gelernte Gas- und Wasserinstallateur hauptamtlicher Fanbeauftragter des VfL Bochum. Er steht jedem Anhänger auf der Geschäftstelle für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

 

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Samsta, 15. Dezember, 13.00 Uhr
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Tabelle

16. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
5Holstein1630:22827
6Heidenheim1627:21626
7Bochum1625:19624
8Gr. Fürth1621:29-823
9Paderborn1633:28522

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