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Themenwoche
Ausführlich erklärt: Das sind die Ausgliederungspläne des VfL Bochum

(Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie))
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Am kommenden Samstag (7.10.) wird es ernst. Die Mitglieder des VfL Bochum entscheiden über eine mögliche Ausgliederung. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Welche Folgen hätte dieser Schritt? Und welche Beweggründe stecken dahinter?

westline beantwortet im Rahmen einer Themenwoche die wichtigsten Fragen. Im Folgenden erklären wir die Ausgliederungspläne verständlich und ausführlich.

Zum Verständnis vorab: Was bedeutet "Ausgliederung" eigentlich genau?

Gemeint ist konkret die Trennung des ideellen Bereichs (also der eigentliche Zweck des Vereins) vom wirtschaftlichen Betrieb. Die Lizenzspielerabteilung sowie weitere Teile des Vereins, etwa das Marketing und der Vertrieb, sollen in eine Kapitalgesellschaft überführt werden, genauer: in eine GmbH & Co. KGaA. Bei dieser Rechtsform gibt es einen Gesellschafter und einen oder mehrere Kommanditaktionäre. Die Stellung des Gesellschafters nimmt eine GmbH ein, deren alleiniger Anteilseigner der ursprüngliche e.V. wäre. Der e.V. behält somit mittelbar den Einfluss auf die KGaA. Der Vorteil dieses Konstrukts ist, dass eine Trennung zwischen Stimmrechten und Kapitalanteilen erfolgen kann.

Warum plant der VfL Bochum diesen Schritt?

Eine Ausgliederung würde die Voraussetzung dafür schaffen, um Investoren mit frischem Geld anzulocken. Mit neuen Mitteln möchte die Klubführung so schnell wie möglich den Aufstieg in die Bundesliga realisieren und zugleich den Abstand zur dritten Liga wahren. Durch den neuen TV-Vertrag wird der VfL zwar absolut gesehen reicher, relativ betrachtet aber ärmer. Weil auch andere Klubs eine Ausgliederung bereits vollzogen haben oder noch planen, will der VfL Bochum nicht den Anschluss verlieren oder gar weiter abstürzen.

Was sagt die Vereinssatzung zu diesem Vorhaben?

Bereits im Jahr 2001 hat die Mitgliederversammlung einen „Ausgliederungspassus“ beschlossen. Dieser besagt, dass der Verein grundsätzlich dazu berechtigt ist, seine Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft zu überführen. Gemäß Umwandlungsgesetz (§ 103 UmwG) bedarf der Verschmelzungsbeschluss nun einer Mehrheit von drei Viertel der kommenden Mitgliederversammlung. Qua Satzung sind alle Vereinsmitglieder stimmberechtigt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und persönlich an der Abstimmung teilnehmen. Eine Briefwahl ist nicht möglich.

Wie und wann kamen die Pläne zur Ausgliederung eigentlich zustande und wann wurden sie konkretisiert?

Auf der Mitgliederversammlung 2016 kündigte die Vereinsführung erstmals die Ausarbeitung eines Konzepts für eine mögliche Ausgliederung an. In den Folgemonaten wurden daher unterschiedliche Modelle einer Ausgliederung bewertet und in zwei Informationsveranstaltungen (Mai / Juni 2017) den Vereinsmitgliedern präsentiert. Zudem wurden im August 2017 die vorläufigen Entwürfe der neuen Verträge den Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Eine Übersicht dazu gibt es HIER.

Wie möchte der VfL mögliche Investoren anlocken?

Die Vereinsführung konzentriert sich insbesondere auf finanzstarke Unternehmer aus der Region, idealerweise mit einer Affinität zum VfL. Gründe für eine Investition könnten die hohe Wertsteigerung der Anteile bei einem Aufstieg sowie eine Dividende im Gewinnfall sein. Letztere würde der VfL allerdings nur als Erstligist ausschütten.

Um wie viel Geld geht es überhaupt?

Den genauen Wert von Kapitalanteilen kann zur Stunde niemand beziffern. Die Verantwortlichen blicken hierfür auch immer wieder auf die Konkurrenz. Im Idealfall erhofft sich der VfL Bochum für einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 20 Millionen Euro. Die Anteile, die er dafür abgeben müsste, könnten in diesem Fall bei rund 20 Prozent liegen.

Wie und wo genau würde das Geld, das ein Investor zur Verfügung stellen würde, eingesetzt werden?

Vor allem im sportlichen Bereich, verteilt über mehrere Jahre. So könnten nach Ansicht der Klubführung Leistungsträger leichter gehalten, echte Verstärkungen getätigt und der Kader auch in der Breite besser aufgestellt werden. Gleichzeitig könnten Rücklagen gebildet werden, um den Verein wirtschaftlich abzusichern.

Wieso setzt der VfL nicht auf andere Einnahmepotenziale?

Die Summe, die sich der VfL durch den Verkauf von Anteilen erhofft, wäre über andere Wege nicht zu erzielen, sagt VfL-Finanzvorstand Wilken Engelbracht. In den einnahmestärksten Bereichen – bei der Vermarktung, den Zuschauereinnahmen und im TV-Ranking – stößt der Klub mehr und mehr an seine Grenzen. „Wenn es einen anderen, einfacheren Weg geben würde, würden wir ihn gehen“, betont Engelbracht.

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