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Diskussion
Faktencheck: Kommen zum VfL Bochum wirklich weniger Zuschauer?

(Foto: Tremark Fotografie / Tim Kramer)
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Bochum – Kann der VfL Bochum seine Fans nicht mehr zahlreich ins Stadion locken? Diese Frage beschäftigt Verein und Anhängerschaft bereits seit Wochen. Gertjan Verbeek hat diese Diskussion nun am Wochenende durch einen weiteren Beitrag ergänzt. Doch was steckt hinter dem möglichen Zuschauerproblem? westline macht den Faktencheck und analysiert, durch welche Faktoren die Zuschauerzahlen beeinflusst werden.

Als Gertjan Verbeek nach dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt in der anschließenden Pressekonferenz den geringen Zuschauerzuspruch ansprach und sich „enttäuscht“ zeigte, gab es von den treuen VfL-Fans viel Applaus. Ohnehin war mit der Äußerung des Trainers klar, dass sich Fußball-Bochum mit diesem Thema nun noch einmal beschäftigen würde.

Deshalb macht westline den Faktencheck, wertet Zahlen aus und schaut, durch welche Faktoren Zuschauerzahlen beeinflusst werden.

Die Analyse fördert dabei Interessantes zu Tage. Denn in seiner mittlerweile elften Zweitligasaison liegt der VfL zwei Heimspiele vor Saisonende bei seinem zweitbesten Wert. Nur in der Aufstiegssaison 2005/06 gab es minimal mehr Zuschauer. Seit dem Abstieg 2010 war der Zuschauerschnitt also noch nie so hoch wie derzeit, stieg sogar von Jahr zu Jahr. Ligaweit bedeutet das derzeit trotzdem nur Platz 10. Zudem fällt ein Bruch ab Mitte November auf, als der Schnitt der ersten sieben Partien (22.970) auf 14.092 für die acht Spiele danach fiel. Doch warum ist das so?

Der Zuspruch der eigenen Fans wird bekanntlich durch verschiedene Entwicklungen beeinflusst – zum einen durch endogene (also von innen und direkt beeinflussbar), zum anderen durch exogene Faktoren (also von außen und nur indirekt beeinflussbar).

westline gibt einen allgemeinen Überblick über größere wie kleinere Faktoren:

Endogene Zuschauerfaktoren:

Sportliche Relevanz: Enge und spannende Tabellenkonstellationen ziehen häufig mehr Publikum an. Der entgegengesetzte Effekt tritt ein, wenn z. B. Auf- oder Abstieg nicht mehr erreicht werden können bzw. schon erreicht sind. Die Aufstiegschance in dieser Saison wird von vielen als nicht mehr realistisch eingeschätzt.

Entwicklung: Siegesserien sind sexy, erfolglose Wochen dagegen nicht: Natürlich beeinflusst vor allem die aktuelle Form der Mannschaft die Lust auf einen Stadionbesuch. Die Dürreperiode zwischen 2011 und 2015 dürfte ebenfalls einige Zuschauer gekostet haben. Diejenigen zurückzugewinnen ist Aufgabe und Herausforderung zugleich.  

Aktionen: Gibt es beispielsweise besonders vergünstigte Tickets oder Kombinationsrabatte? Auch von Freikartenaktionen an Schulen oder Hochschulen profitiert der VfL – allerdings nicht beim Kaufkartenschnitt. Der wird seperat berechnet und liegt unter den offiziell angegebenen Zahlen.

Stimmung in der Kurve: Wenn die Atmosphäre im Stadion außergewöhnlich gut ist, lassen sich Interessierte vermutlich ebenfalls leichter ins Stadion locken. Mögliches Problem hierbei: In Bochum ist es manchmal vergleichsweise still, in ähnlich großen Stadien ist akustisch oft mehr los. Natürlich grundsätzlich eine rein subjektive Wahrnehmung.

Eventcharakter: Fußball ist längst zu einem Familienereignis geworden. Bereiche für Kinder, entsprechende Verzehrangebote und der Zustand der sanitären Anlagen spielen eine nicht unwesentliche Rolle - kurz gefasst: der Komfort insgesamt.

Mediale Begleitung: Die regelmäßige Berichterstattung über den VfL hält sich in Grenzen. Die „Ruhr Nachrichten“ haben keine Lokalausgabe mehr in Bochum, die „Bild“ beschränkt sich seit Dezember auf Meldungen. Überregional wie im „Kicker“ oder anderen Medien ist der VfL nur selten oder gar kein Thema. Nahezu täglich berichten lediglich die „WAZ“ und wir von westline. Je mehr berichtet wird, desto mehr Leute werden auf Verein und Spiele aufmerksam.

Öffentlichkeitsarbeit: Der VfL leistet in diesem Bereich viel, auch, um den Nachwuchs für sich zu gewinnen. Die Kinder von heute sind die (Stamm-)Zuschauer von morgen. In den letzten Jahren sind zudem wichtige Kanäle wie Facebook dazugekommen. Auch hier muss um Zuschauer geworben werden.

Präsenz vor Ort: Am Spieltag hisst der VfL im Innenstadtbereich große Fahnen, präsentiert zudem Spielankündigungsplakate. Doch reicht das? Die feste Verankerung im Stadtbild und alltäglichen Leben beeinflusst ebenfalls die Zuschauerzahlen.

Identifikationsfiguren: Auch die können mitunter ein Faktor sein. Hat die Mannschaft beliebte Spieler, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Fans ihre Lieblinge live vor Ort sehen wollen.

Exogene Zuschauerfaktoren:

Standort: Die Konkurrenzsituation im Ruhrgebiet ist einmalig – nicht vergleichbar etwa mit Leipzig. Die meisten Fans kommen aus Bochum und fast alle aus der Region. Deshalb hat die wirtschaftliche Lage ebenfalls Einfluss auf die Zuschauerentwicklung. Wer genügend Geld hat, kann sich einen Stadionbesuch eher leisten.

Wetter: Tatsächlich: Auch die äußeren Umstände – ob Sonnenschein oder Dauerregen – spielen eine Rolle, vor allem an den Tageskassen.

Attraktivität des Gegners: Namhafte Klubs oder Teams aus der Region locken tendenziell mehr Zuschauer ins Stadion als Mannschaften wie Sandhausen, Heidenheim oder Frankfurt. Diese Duelle gab es vor allem zu Beginn der Saison und fehlten zuletzt.

Anstoßzeit: Freitagabendspiele sind in der Regel beliebter; Spiele samstags um 13 Uhr oder am Montagabend sind für einige (Arbeitnehmer) nicht unproblematisch. Sonntags spielt zudem der Amateurfußball eine Rolle.

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
8Regensburg2943:42142
9Bielefeld2943:45-239
10Bochum2941:43-238
11Gr. Fürth2932:47-1537
12Darmstadt2940:48-836

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