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VfL Bochum in der 2. Liga
Kaenzigs Plädoyer: Fannähe statt Kommerz

(Foto: Rentsch)
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VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig setzt sich für mehr Volksnähe und weniger Kommerz ein. Das führt in der Branche zu kontroversen Diskussionen.  

Der "SpoBis" ist der Branchentreff des Jahres. Ende Januar kommen Manager und Macher des Fußballs (und natürlich anderer Sportarten) in Düsseldorf zusammen, um über Trends und Innovationen, aber auch über Probleme und Herausforderungen zu sprechen. In diesem Jahr war mit Ilja Kaenzig auch ein Verantwortlicher des VfL Bochum Teilnehmer einer Podiumsrunde.

Und der Geschäftsführer des VfL nahm in der Diskussion mit Rüdiger Fritsch (Präsident SV Darmstadt 98), Olaf Schröder (Constantin Medien / Sport1) und Karsten Petry (Octagon Germany) kein Blatt vor den Mund. Geleitet von der Ausgangsfrage, wie sich die 2. Bundesliga für eine erfolgreiche Zukunft positionieren muss, trat Kaenzig mutig und selbstbewusst auf. „Wir müssen bleiben, was wir sind: eine volksnahe Liga, ein regionales Event“, sagte der Schweizer über das Fußball-Unterhaus. Bei Entscheidungen dürften nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine Rollespielen. „Für viele Fans ist der Fußball ihre Religion, verbunden mit einem Stadionbesuch. Das ist nicht mit dem Herunterladen einer Netflix-Serie zu vergleichen.“ Kaenzig glaubt, dass diese soziale Komponente noch wichtiger werden könnte, „wenn die Top-Klubs meinen, enteilen zu müssen und sich dem Wahnsinn hingeben.“

Kontroverse Diskussion

Bochums Geschäftsführer erhielt Unterstützung von Rüdiger Fritsch. Der Präsident des SV Darmstadt 98 betonte: „Wir dürfen nicht alles nur aus der Kommerzbrille betrachten. Stattdessen müssen wir konstruktiv daran arbeiten, auch die 2. Liga attraktiv zu gestalten.“ Als erste Idee schlug Fritsch mögliche Play Offs um den Aufstieg vor. Olaf Schröder vermisst hingegen eine klare Vision und warf den beiden Klubfunktionären zu viel Fußball-Romantik vor. „Der VfL Bochum, Heidenheim oder Paderborn können nicht nur regional eine Rolle spielen. Sie müssen über die Grenzen hinaus wirken, sonst bleiben sie für immer im Schatten der Großen.“ Die 2. Liga brauche mehr Aufmerksamkeit, um zusätzliche Sponsoren oder TV-Gelder zu generieren.

Deutlich kritisierte Schröder deshalb auch die Abschaffung der Montagabendspiele ab der Saison 2021/22. „Damit verliert die Liga ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Man hätte sich dem Fanwillen nicht so schnell beugen dürfen“, sagte der TV-Funktionär und lieferte ein Beispiel. „Das Spiel zwischen Bochum und Duisburg fand auch an einem Werktag statt und das Stadion war trotzdem gut gefüllt.“ Außerdem sei der Ersatztermin am Samstag um 20.30 Uhr nicht „zu Ende gedacht, weil das Konkurrenzprogramm ungleich höher ist.“ Schröder prognostiziert sinkende TV-Einnahmen für die Zweitligisten.  

Kaenzig widersprach an dieser Stelle nicht, konterte aber später: „Das Geschäftsmodell eines TV-Senders entspricht nicht dem Geschäftsmodell eines Fußballvereins. Wir können nicht zu Zeiten spielen, die die Fans nicht akzeptieren.“ Dabei entkräftete der 45-Jährige auch den Vorwurf, die 18 Zweitligisten hätten sich bei ihrer Vollversammlung im Dezember von den Protesten weniger Ultras beeinflussen lassen. „Es sind ja nicht nur 250 Fans, die so denken, auch wenn sie vielleicht die einzigen sind, die das deutlich kundtun.“ Stattdessen warb Kaenzig für mehr Solidarität innerhalb des deutschen Fußballs, um Fernsehgelder künftig fairer zu verteilen.

 

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(Grafik: westline, Foto: Tim Kramer)

 


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22. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
6St. Pauli2236:32437
7Holstein2241:301136
8Bochum2232:31130
9Regensburg2233:33030
10Gr. Fürth2224:40-1628

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