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Kommentar
Kritischer Geist: Warum das Anliegen der Ultras richtig ist

(Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie))
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Sie wählen den richtigen Ansatz, aber die falschen Mittel. So bewertet VfL-Reporter Philipp Rentsch das Anliegen der Bochumer Ultras. Ein Kommentar.

Ein bisschen merkwürdig ist es ja schon. Als der VfL Bochum im vergangenen Herbst zur Jahreshauptversammlung geladen hatte, setzten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung. Mit verschiedenen Aktionen, von der Autogrammstunde bis zum Verzehrgutschein, sollten möglichst viele Mitglieder in die Jahrhunderthalle gelockt werden. Der Termin wurde extra auf einen Samstagmorgen gelegt, mit einer beeindruckenden Konsequenz warb die Klubspitze für die Abstimmung über die Ausgliederung.

Und in diesem Jahr? Bis auf das übliche Schreiben, das den Mitgliedern im August zugestellt wurde, ist wenig passiert. Die Versammlung findet wieder an einem Dienstagabend statt, ein anderer Tag, so die Auskunft von der Geschäftsstelle, ließ sich trotz intensiver Bemühungen nicht realisieren. Und wer auf die Vereinshomepage blickt, findet nicht einmal den Termin – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dass die Ultras praktisch die einzigen sind, die darauf hinweisen, mag den Verantwortlichen nicht gefallen. Inhaltlich liegen sie in weiten Teilen aber gar nicht so falsch.

Kontroversen wagen 

Dennoch wissen Villis und Co. genau genau, dass sie am Dienstagabend zwar mit Gegenwind rechnen müssen, sie diese Kritik aber nicht erschüttern wird. Denn das Bochumer Publikum, und auch damit haben die Ultras wieder Recht, wird sich vermutlich in Zurückhaltung üben. Die Querelen der vergangenen Saison sind praktisch vergessen, eine wirkliche Aufarbeitung wurde nie eingefordert. Die Argumentation der überwiegenden Mehrheit, die sportlichen Leistungen durch neue Diskussionen nicht gefährden zu wollen, ist zwar nachvollziehbar, kann aber schnell zum Totschlagargument werden. Das würde nämlich bedeuten, dass jede (berechtigte) Kritik, vor allem über verkrustete Strukturen, als potenzielle Gefahr gesehen und im Keim erstickt wird.

Das Anliegen der Ultras, in Bochum endlich wieder Kontroversen zu wagen, die der Klub in den letzten Jahren entweder verlernt oder verhindert hat, ist also wichtig und richtig. Nur wählen sie dafür die falschen Mittel. Sämtliche Aktionen beim Heimspiel gegen den FC Ingolstadt haben dazu geführt, dass die Spaltung innerhalb der Fanszene und die ablehnende Haltung gegenüber den Ultras weiter zunimmt. Den Ausführungen in einem vierseitigen Flyer mangelte es an Selbstkritik, die Abgrenzung von vermeintlich naiven Mitgliedern, die für die Ausgliederung gestimmt haben, ist deutlich spürbar. Die scharfe, beleidigende und damit indiskutable Wortwahl auf den Spruchbändern im Stadion trägt ebenso wenig dazu bei, wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen, kurzum: Auf dem Weg zu einem legitimen Vorhaben schneiden sie sich ins eigene Fleisch.

Aufeinander zugehen 

Wie sehr das Bochumer Publikum zerstritten ist, unterstreicht auch die Tatsache, dass sich eines der Banner gegen den ehemaligen Aufsichtsrat Frank Goosen richtete. Dabei war er es doch, der vor knapp zwei Wochen bei einem öffentlichen Auftritt intensiv dafür geworben hat, in Bochum wieder eine anständige Debattenkultur zu etablieren und den Verantwortlichen auf die Finger zu schauen, also für einen ähnlichen Ansatz plädiert wie ihn die Ultras verfolgen. Doch mit dieser Vorgehens- und Verhaltensweise werden sie aus der breiten Masse keine Mitstreiter gewinnen können.

Trotzdem kann und darf es niemandem gefallen, dass sich die Fanszene weiter auseinanderdividiert und klar abgrenzbare Lager entstehen. Um die Spaltung zu überwinden, die am Ende nur dem Verein schadet, müssen beide Seiten aufeinander zugehen. An dieser Stelle sei an ein altes und dennoch passendes Zitat von Ottokar Wüst erinnert. Der frühere VfL-Präsident sagte einst: „In unserem Klub reden wir miteinander – und nicht übereinander.“ Ein besseres Leitmotiv für die kommende Zeit kann es eigentlich nicht geben...

 


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