Horst Heldt
Willkommen zurück im Heckmeck, Schalke

Ein Archivbild aus der Saison Saison 2014/2015. (Foto: firo sportphoto)
Horst Heldt, Manager des FC Schalke 04. (Foto: dpa)
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Gelsenkirchen – Tagelang wurde über die Person Horst Heldt spekuliert. Geht er? Geht er selbst? Wird er gegangen? Nun äußerte sich er selbst auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zu den Gerüchten um seine Person und seine Zukunft auf Schalke.  

Neben den vielen Floskeln und Kampfansagen und der eigentlichen Bestätigung dessen, was längst vermutet wurde, wirkte die Pressekonferenz vom Dienstag hinsichtlich ihrer Wirkung und Provoaktionsfaktor wie eine kleine Schwester der Rangnick'schen Ehrenrunde in der Arena vor dem Spiel gegen Mainz in 2005. Auf diese folgte bekanntlich die Entlassung von Rolf..äh..Ralf Rangnick.
 
Interessant war dabei allerdings eine  Aussage des noch amtierenden Vorstandsmitgliedes Sport und Kommunikation, auf die Frage, ob er unter bestimmten Voraussetzungen für Schalke weiterarbeiten würde: „Es ist aktuell nicht Gegenstand der Diskussion, die ich intensiv mit dem Aufsichtsrat geführt habe. Es ging erstmal um die Zeit bis 30. Juni. Aber es müsste sich etwas ändern, wenn es weitergehen sollte!“
 
Was meint Horst Heldt damit? Ist dies nur eine Aussage aus Wut oder wohl überlegt?
 
Schaut man sich das Auftreten und Aussagen von Horst Heldt im Laufe seiner Tätigkeit auf Schalke an, so fällt vor allem auf, dass er sehr gekonnt Stimmungen und Strömungen rund um Schalke erkennen und auf der Klaviatur dieser Stimmungen spielen kann. Ob dies Authentizität oder einfach nur strategisch clevere Professionalität ist, ist natürlich schwer zu beurteilen.
 
Und auch ein Horst Heldt wird bemerkt haben, dass die Stimmung im Schalker Lager gegenüber der Person Clemens Tönnies nicht mehr nur unvoreingenommen ist.
 
Der durch den Boulevard ernannte Schalke Boss trifft längst nicht mehr nur auf breite Zustimmung und Unantastbarkeit. Die Kritik an seiner Person und seinem Gebaren als Aufsichtsratsvorsitzender nimmt zu und kochte erst vor kurzem wieder hoch, als die Gerüchte um Christian Heidel aufkamen.
 
Längst wird nicht mehr überall die Märchengeschichte geglaubt, dass Clemens Tönnies noch Schalkes glorreicher Finanzretter ist. Sein Auftreten in der Öffentlichkeit hat vor seinem selbst auferlegten Schweigegelübde öfter mehr Schaden angerichtet, als Nutzen gebracht. Dazu gesellen sich die Verbindungen zum Boulevard, gemunkelte Verstöße gegen die Vereinssatzung, seltsame Einrichtungen wie den Eilausschuss oder auch das verdächtige Agieren des Ehrenrates gegenüber Tönnies-Kritikern.
 
Erkennt Horst Heldt vielleicht, dass sich ein Wind dreht? Nicht nur extern, sondern auch intern, was der außenstehende Schalke Fan in der Form nicht mitbekommt? Sieht Heldt darin vielleicht einen Fallschirm für sich selbst, auf Schalke weiterarbeiten zu können? Und was dann? Droht eine Game of Thrones Serie in königsblau? Mit Clemens Baratheon und Tyrion Heldt in den Hauptrollen?
 
Horst Heldts Arbeitsbilanz wird von vielen, mir inklusive, als durchschnittlich angesehen. Auch ich habe einige seiner Entscheidungen für gravierende Fehler gehalten. Andere waren wiederum verständlich und nachvollziehbar. Doch auch hier kursieren seit längerem Gerüchte, dass nicht alle Entscheidungen der letzten Jahre Heldtsche Alleingänge waren. Jeder Arbeitnehmer kennt dann das Gefühl, für Fehler verantwortlich gemacht zu werden, die man eigentlich nur auf Weisung eines höheren Kompetenzträgers durchführt, nur um später doch alleine der Horst zu sein, auf dem die Leute mit dem Finger zeigen.
 
In diesem Zusammenhang fiel in Fankreisen hinter vorgehaltener Hand die spottende Beschreibung, dass Horst Heldt eine Marionette von Clemens Tönnies sei. Wenn das jemals stimmte, dann hat die Marionette allerdings die Fäden mittlerweile durchgeschnitten.

Verbitterung
 
Aus Heldts Aussagen auf der Pressekonferenz konnte man deutliche Verbitterung heraushören. Verbitterung über den Stil und den Respekt ihm gegenüber von Seiten des Aufsichtsrates und insbesondere dessen Vorsitzenden? Oder noch mehr? Sicher ist: Horst Heldt ist nun arg ramponiert. Daher ist es verständlicherweise sein Ziel, seinen Ruf zu retten.
 
Horst Heldts Vertrag läuft bis zum 30. Juli 2016. Die Mitgliederversammlung, auf der Clemens Tönnies, so er denn die Hürde Wahlausschuss nehmen wird, erneut zur Wahl als Mitglied des Aufsichtsrates steht, steht vorher an. Auch ohne Alukopfbedeckung besteht die Vermutung, dass den FC Schalke 04 in den nächsten Monaten daher eine hochexplosive Stimmung mit dem Finale der Mitgliederversammlung erwartet.
 
Fest steht wieder mal nur: Willkommen zurück im Heckmeck und  Wirrwarr, S04.  Es war ja immerhin ein paar Wochen ruhig.

 


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Tabelle

34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Mainz 053446:57-1143
13Freiburg3446:61-1536
14Schalke 043437:55-1833
15Augsburg3451:71-2032
16Stuttgart3432:70-3828

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