Politische PR-Aktion
DFB-Boss Reinhard Grindel kritisiert Gündogan und Özil

London. Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.), Staatspräsident der Türkei, steht zusammen mit den Premier League Fußballspielern Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r). Der türkische Präsident Erdogan ist zu Besuch in London. (Foto: dpa)

Die beiden früheren Dortmunder und Schalker Profis Ilkay Gündogan und Mesut Özil haben mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posiert - und damit den Ärger des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel provoziert. 

Mit Politik und Fußball ist das immer so eine Sache. Das (politische) Engagement gegen Rassismus oder Ausgrenzung wird immer gerne gesehen - aber sobald politische Äußerungen in den Bereich des "sozial Inakzeptablen" gehen, wird es schwierig. 

DFB-Präsidet Reinhard Grindel sah am Montag durchaus pikiert, dass die beiden Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil fröhlich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan posierten. Erdogan bekam sogar ein Trikot mit der Aufschrift "Mit Respekt für meinen Präsidenten" von Gündogan.

Das passt natürlich nicht ganz in die politische Großwetterlage, gerade noch so kurz vor der WM. Grindel wollte weder Gündogan noch Özil den Besuch verbieten, teilte aber via Twitter auch deutlich seine Kritik mit. Die Werte, für die Erdogan stehe, passten nicht zu den Werten des Fußballs und des DFB. Es sei daher "nicht gut", wenn sich Nationalspieler für "Wahlkampfmanöver" einspannen ließen. "Der Integrationsarbeit des #DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen."

Grindel erhielt für die Kritik viel Zustimmung, erntete aber selbst auch Kritik. Es müsse auch Fußballprofis freigestellt sein, sich politisch zu positionieren, formulierten verschiedene Nutzer. Kritik am DFB selbst wurde auch laut mit Blick auf die anstehende WM in Russland oder in Katar, wo Menschenrechtsverletzungen immer wieder beklagt werden. Der DFB grenze sich selbst nicht ausreichend ab, heißt es. 

(Foto: dpa)
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London. Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.), Staatspräsident der Türkei, steht zusammen mit den Premier League Fußballspielern Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r). Der türkische Präsident Erdogan ist zu Besuch in London. (Foto: dpa)