Fußballspielen statt diskutieren
Ultras Gelsenkirchen starten Petition gegen den Videobeweis

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Gelsenkirchen/Frankfurt – Seit seiner Einführung ist er bei Aktiven, Kommentaren und Fans gleichermaßen umstritten: Der Videobeweis. Die Ultras GE haben nun eine Petition zur Abschaffung des Videobeweises initiiert. Ihr Ziel: 50.000 Unterschriften in sechs Wochen sollen die DFL zum Nachdenken bringen.

Es vergeht kein Spieltag, ohne dass der Videobeweis in der Kritik steht: Mal greift „der Kölner Keller“ ein, obwohl keine klare Fehlentscheidung vorliegt, wohingegen bei gleichgelagerten Szenen, klaren Tätlichkeiten oder vorherigem Pfiff des Schiedsrichters kein Hinweis an das Schiedsrichterteam vor Ort erfolgt. 

Insgesamt haben zahlreiche Akteure das Gefühl, dass der „Video Assistant Referee“ jedenfalls in der Bundesliga – bei der WM in Russland kam das Hilfsmittel deutlich seltener zum Einsatz – viel zu häufig und kleinteilig angewendet wird. Ob Tor, Elfmeter oder Verwarnung: (Zu) oft meldet sich der Spielbeobachter und beschert Mannschaften wie Fans minutenlange Hängepartien, ohne dass es insgesamt richtiger oder besser wird. Durch dieses Diskutieren vollkommen vertretbarer Entscheidungen leiden die Spontanität und Klarheit, die weltweit Millionen Menschen am Fußball faszinieren. 

Auch die deutschen Fanszenen sind nahezu geschlossen gegen den Videobeweis, es gab in der Vergangenheit zahlreiche Banner und Proteste. Die Ultras Gelsenkirchen, die bereits am Wochenende beim Auswärtsspiel in Düsseldorf ein Transparent „Fußballspielen statt diskutieren – Videobeweis abschaffen“ hochhielten, gehen nunmehr noch einen Schritt weiter: Sie möchten mit einer Online-Petition die DFL zum Nachdenken über den Videobeweis bringen. 50.000 Unterschriften in sechs Wochen sollen zeigen, dass sich Fußballdeutschland zu den Seiten zurücksehnt, in denen die Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters vor Ort Gesetz waren.

Wer die Petition unterstützen möchte, kann das hier tun.


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