Die Schweizer...
Wo der irrste Abstiegskampf des Jahres tobt

Das Letzigrund-Stadion in Zürich... (Foto: dpa)
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Zürich – Zugegeben: Die 2. Bundesliga hat in diesem Frühling schon was. Zumindest um den Relegationsplatz 16 wird erbittert gekämpft, die halbe Liga steckt drin im Abstiegskampf. Doch eine Spielklasse toppt das Ganze: Die schweizerische Super League. Mittendrin: Einer der größten Schweizer Vereine und viel, viel Spannung...  

Fußball in der Schweiz – ein fünftes Rad am Wagen für die Meisten. „Gewinnt doch eh immer der FC Basel!“, sagen manche. Falsch gedacht. Achtmal siegte der FCB zuletzt in Serie, von 2010 bis 2017. Dieses Jahr ist es anders. Die Young Boys Bern, zuletzt 1986 Schweizer Meister, marschieren mit 13 Punkten Vorsprung vorneweg, sieben Spiele sind noch zu gehen. Der wahre Krimi spielt sich eine tabellarische Etage tiefer ab, im Abstiegskampf.

Fünf der insgesamt zehn teilnehmenden Mannschaften kämpfen an quasi jedem Spieltag in direkten Duellen um das Überleben. Los geht es beim Sechsten, und der ist ein echtes Schwergewicht: Die Grasshoppers Zürich, immer noch Schweizer Rekordmeister und -pokalsieger, der letzte datiert aus dem Jahr 2003. Jetzt geht es vor nur noch etwa 7.000 Zuschauern im Schnitt gegen den Abstieg. Der würde im deutschen Nachbarland gleichbedeutend sein mit dem Amateurfußball vor teils wenigen hundert Besuchern. 

Ein Punkt Abstand zwischen fünf Mannschaften

Hinter den Grasshoppers tummelt sich der FC Thun, Ex-Verein vom heutigen Trainer des DSC Arminia Bielefeld, Jeff Saibene. Es folgen der FC Lugano, der FC Sion und auf dem einzigen Abstiegsrang Lausanne-Sport. Klingt alles noch nicht sonderlich spektakulär. 

Der Clou: Der Sechste hat 32, der Zehnte 31 Zähler auf dem Konto. Das Torverhältnis unterscheidet sich gleichzeitig recht deutlich, könnte am Saisonende den Ausschlag geben. 

Showdown an den letzten sieben Spieltagen

Schon am heutigen Mittwoch, an dem der 30. Spieltag ausgetragen wird, gibt es mit Sion gegen Lugano ein Sechs-Punkte-Spiel. Die Grasshoppers müssen auswärts beim FC Basel ran, könnten tiefer in den Sumpf rutschen. Wöchentlich wird es bis zum 19. Mai weitere direkte Duelle geben, ehe am 36. und letzten Spieltag der Showdown kommt. Dann spielen die Grasshoppers zuhause gegen den designierten Meister aus Bern. Den direkten Vergleich haben wiederum Thun und Sion vor sich.

Zustandegekommen ist diese außergewöhnliche Konstellation übrigens, weil der bis dahin letztplatzierte FC Sion am Sonntag auswärts in Luzern gewann – und weil die Grasshoppers neben all den erwartbaren Abstiegskandidaten eine unfassbar schwache Rückrunde spielen. Wer Abstiegskampf sucht und von der 2. Bundesliga noch nicht genug bekommt: Die Schweizer Super League bleibt spannend. Mindestens für die kommenden Wochen.

 

 


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