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Warum viele Weltklasseathleten auch im Alter noch brillieren

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Vor allem der Fußball machte in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung durch. Während über Jahre hinweg ältere Spieler wie Paolo Maldini oder Gianluigi Buffon als das Maß aller Dinge galten, scheint es nun so, als könnte eine Mannschaft nicht jung genug sein.

Insbesondere im Falle des Misserfolgs, wie in Deutschland zuletzt beim FC Bayern gesehen, entlud sich die Kritik an den vergleichsweise älteren Spieler Arjen Robben oder Franck Ribery. Doch wurde die Produktion von brillanten vergleichsweise älteren Spielern tatsächlich eingestellt?

Wieso zählen die ältesten Sportler oftmals zu den besten?

Jeder Sportliebhaber wird bei älteren Spielern oft herausragende Qualitäten erkennen, die ihre jüngeren Kollegen nicht auf den Rasen, das Parkett und das Eis bringen. Während es bei Mannschaftssportarten wie Fußball oft nicht einfach ist, die einzelnen Leistungen zu bewerten, bieten Individualsportarten einen guten Einblick in das aktuelle Leistungsvermögen einzelner Athleten. Ein perfektes Beispiel ist Sprinter Usain Bolt. Mit 30 Jahren wollten ihn viele Experten vor den Olympischen Spielen in Rio bereits abschreiben, doch Bolt bewies seine unverkennbare Stärke mit scheinbarer Leichtigkeit. Die punktgenaue Vorbereitung führte ihn zur Goldmedaille über 100m, 200m und in der 100m-Staffel.

Autor Jeff Bercovici beschäftigt sich in seinem Buch Play On: The New Science of Elite Performance at Any Age ausführlich mit der Thematik der Leistungsfähigkeit im höheren Alter. In Interviews mit ehemaligen Profis, Trainern und diversen Experten unterschiedlicher Fachgebiete stellte sich heraus, dass der Fokus auf der körperlichen Regeneration liegen sollte. Die körperliche Fitness stellt nicht den entscheidenden Faktor dar. Im Betway Blog wird das Beispiel LeBron James aus der NBA herangezogen. Er verlängerte seine Karriere gezielt durch regenerative Maßnahmen, welche einen Großteil seines Trainings einnehmen. James stellt in einer Pressekonferenz ausführlich dar, wie er sich regelmäßig Eisbädern und Kältetherapien unterzieht und mit Methoden wie Laser- und Elektrostimulation arbeitet. Im Alter von 33 Jahren stellte er so einen NBA-Rekord für absolvierte Spielminuten in einer Saison auf.

 

Technologien vom Militär übernommen

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Besonders interessant ist, dass viele der heute von Sportlern genutzten Technologien auch von anderen Bereichen wie dem Militär übernommen wurden. Nur die besten Sportler sind in der Lage, auch nach Überschreitung des körperlichen Zenits auf hohem Niveau zu agieren. Ein Beispiel dafür ist Tom Brady, der mit den New England Patriots sein Talent immer wieder unter Beweis stellt – vor allem, wenn ihn Medienvertreter aufgrund seines Alters abschreiben möchten. Auch Drew Brees, im American Football bei den New Orleans Saints aktiv, ist ein besonderer Sportler. Wie von RP Online beschrieben, stellte er mit 39 Jahren einen neuen NFL-Passrekord auf. Andere bekannte Athleten sind etwa Jaromir Jagr, welcher bis vor Kurzem im zarten Alter von 45 Jahren noch in der NHL tätig war, und Roger Federer, welcher mit 37 Jahren auf 99 Karrieretitel kommt.

Bercovici betont, dass der Zeitaufwand, der mit den verschiedenen Erholungstechniken verbunden ist, mit dem von vor 15 Jahren nicht vergleichbar sei. Zudem seien Sportler mittlerweile deutlich verantwortungsvoller, nachdem Golfstar Tiger Woods als abschreckendes Beispiel des überharten Trainings wurde. Es wird spannend zu beobachten sein, welche Sportler in Zukunft zu den Reihe der Legenden gehören werden. Eines ist sicher: