Ecclestone droht mit Absage
2015 kein F1-Rennen in Deutschland?

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone stellt den deutschen Grand Prix infrage. Foto: Peter Kneffel

Bernie Ecclestone kokettiert dieser Tage mit einer Absage des diesjährigen Großen Preises von Deutschland. Die deutschen Fans seien lausig und er könne nicht garantieren, dass das Rennen wirklich stattfindet. Das er an diesem Zustand selber Schuld sein könnte, ist dem Briten bisher nicht in den Sinn gekommen.

Schwache Zuschauerzahlen, Millionenverluste und sinkende Einschaltquoten. Das war die Formel Eins in Deutschland 2014. Das Rennen in Hockenheim verfolgten nur 52.000 Zuschauer live an der Rennstrecke, 120.000 wären möglich gewesen.

Unter anderem deshalb droht Formel-Eins-Promoter Bernie Ecclestone dieser Tage aggresiv mit einer Absage des Rennens 2015. Der Rhein-Zeitung sagte der 84-jährige, als Vermarkter sei ein Rennen vor so wenigen Zuschauern für ihn nicht machbar.

Gelddruckmaschine fehlt

Ecclestone sagt, er könne nicht verstehen, warum es für die Königsklasse in Deutschland so schlecht läuft. Man hätte hier schließlich ein Team, welches die Konstukteursmeisterschaft gewonnen hätte und mit Sebastian Vettel einen Fahrer, der vier Weltmeistertitel gewonnen hat. Das sei doch ein fruchtbarer Boden, das Interesse müsste gigantisch sein.

Das in Michael Schumacher seine deutsche Gelddruckmaschine nicht mehr aktiv ist und die letzte Saison von Beginn an langweilig - weil von Mercedes zu dominant - war, vergisst der große (kleine) Zampano der Formel-Eins aber. Vettel und seine Erfolge in allen Ehren, er kann (noch) die Massen nicht in dem Maße eines Schumacher anziehen. Das kann sich durch den Teamwechsel zur Mythosmarke Ferrari zweifelsohne aber noch ändern.

Finanziell nicht darstellbar

Zudem ist ein Grand-Prix-Wochenende für die Durchschnittsfamilie finanziell schlicht nicht darstellbar. Bei Eintrittspreisen weit jenseits der 100 Euro-Marke geht bei Anreise, Unterkunft und Verpflegung für eine Familie vermutlich ein ganzes Monatsgehalt drauf. Für drei Tage, in denen man die Fahrer nur auf der Strecke sieht. Das Erlebnis Motorsport dürfte bei der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) oder der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring um ein vielfaches größer sein. Zu weitaus günstigeren Preisen versteht sich.

Die gleichen Probleme haben auch die Rennen in Italien und England. Ebenso wie Deutschland aber auch Kernmärkte der Formel-Eins. Ecclestone weiß ganz genau, dass er auf diese Rennen nicht verzichten kann. Sein Säbelrasseln hat letztlich vor allem einen Zweck: Geld verdienen. Das ist alles, was ihm wichtig ist..