Ausblick auf die neue Saison
Formel-Eins-2014: Revolution statt Evolution

(Foto: dpa)

Wenn am 16. März im australischen Melbourne die Formel-Eins-Motoren zum Saisonauftakt aufheulen, dann liegt hinter den Teams ein harter und arbeitsreicher Winter. Denn das erste Mal seit einigen Jahren heißt es im Blick auf 2014: Revolution statt Evolution! Ein Ausblick auf die kommende Saison.

Äußerlich kommen die neuen Autos vielleicht gar nicht großartig anders als ihre Vorgänger daher, doch die wahre Neuheit versteckt sich unter Motorhaube. Die alten V8-Saugmotoren werden in diesem Jahr durch neue V6-Turbomotoren ersetzt. Schätzungen zufolge sollen die neuen Motoren zwischen 550 und 600 PS stark sein. Das sind knapp 100 PS weniger als noch im Vorjahr.

Die neuen Motoren werden pro Runde für maximal 33 Sekunden zusätzlich durch ein Energierückgewinnungssystem mit zusätzlichen 160 PS unterstützt. Neu ist auch die maximale Spritmenge von 100 Kilogramm pro Rennen. Die neuen Autos müssen damit rund 35 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Effizienz wird also großgeschrieben in der Formel Eins 2014. Doch nicht nur das ist neu.

Aerodynamik beschnitten

Die Fahrzeugnasen müssen in diesem Jahr deutlich tiefer sein. War 2013 noch eine Höhe von 55 Zentimetern vorgeschrieben, sinken die Nasen in diesem Jahr auf nur noch 18,5 Zentimeter. Der an der Nase angebrachte Frontflügel der Wagen ist zudem in diesem Jahr schmaler als sein Vorgänger.

Im hinteren Bereich der Boliden darf nur noch ein Abgasrohr verwendet werden. Dies hat den Hintergrund, dass die Fahrzeugdesigner in den letzten Jahren zwei Abgasrohre einsetzten und diese so in das Fahrzeug integrierten, dass sie am Heck für mehr Abtrieb (in Folge dessen höhere Kurvengeschwindigkeiten) sorgten. Das soll mit der Änderung verhindert werden.

Feste Startnummern

Ebenfalls neu sind die festen Startnummern in der Formel Eins. Bis zur Saison 2013 wurden die Startnummern noch nach dem WM-Ergebnis vergeben. Das Fahrer-Weltmeister-Team erhielt die Startnummern 1 und 2. Danach wurde sich an den Ergebnissen der Team-Wertung orientiert. Ab 2014 dürfen die Fahrer (exklusive dem Weltmeister, der behält als Weltmeister die "1"), eine feste Startnummer für den Rest ihrer Karriere wählen.

Beispiel: Sollte Sebastian Vettel in diesem Jahr nicht Weltmeister werden, tritt er ab der Saison 2015 gemäß seiner Wahl immer und bei jedem Team mit der Startnummer 5 an.

Fahrerwechsel

Wie in fast jedem Jahr gab es auch vor der Saison in diesem Jahr ein fleißiges Stühlerücken im Fahrerfeld. Der prominenteste Wechsel dürfte sich beim Weltmeisterteam "Red Bull Racing" ergeben haben. Mark Webber, der bisherige Teamkollege von Weltmeister Vettel, beendete seine Formel-Eins-Karriere und tritt in Zukunft für Porsche beim 24-Stunden-Klassiker in LeMans an.

Ersetzt wird Webber bei den roten Bullen durch Daniel Ricciardo. Der fuhr bislang für die "Scuderia Torro Rosso", das Nachwuchsteam aus der Mateschitz-Ägide.

Für eben diese fährt ab dieser Saison der F1-Neuling Daniil Kwjat. Der erst 19-jährige Russe übernimmt das Cockpit von Ricciardo bei Torro Rosso. Ebenfalls neu in der Königsklasse des Motorsports sind der Däne Kevin Magnussen (McLaren) sowie der Schwede Marcus Ericsson (Caterham).

Ausblick auf die Saison

Wie jedes Jahr fragen sich Fans und Experten, wer in der kommenden Saison die Nase vorn haben wird. Wenn die Testfahrten vor der Saison ein Indikator sind, was aber selten der Fall ist, dann geht Mercedes mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton als Favorit ins Rennen um den Weltmeistertitel.

Bei den zwölf Testtagen vor der Saison beeindruckten die Silberpfeile durch Konstanz ebenso wie durch Tempo. Das Gesamtpaket scheint beim deutschen Rennstall in diesem Jahr endlich zu stimmen. Von den insgesamt 36 979 (knapp 13 000 weniger als letztes Jahr) gefahrenen Testkilometern absolvierte Mercedes mit 4 973 die Meisten. Ebenso auf dem Zettel muss man nach den Tests Williams und Ferrari haben. Beide Teams zeigten sich ebenfalls bereits sehr zuverlässig.

Red Bull mit Pech bei den Testfahrten

Weniger glatt verliefen die Testfahrten für das Weltmeisterteam der letzten Jahre. Das Auto von Sebastian Vettel, der RB10, konnte insgesamt nur über 1 711 Kilometer bewegt werden. Immer neue Probleme verhinderten die Testarbeit des von Stardesigner Adrian Newey entwickelten Wagen.

Doch wenn der Red Bull auf der Strecke war, dann war er schnell. So beobachte McLaren-Pilot Jenson Button, dass der neue Dienstagwagen Vettels vor allem in den Kurven sehr gut zu fahren ist. Das war bereits in den vergangenen Jahren eine Stärke des Teams. Abschreiben sollte man Vettel und seinen neuen Teamkollegen also keinesfalls. Bekommt man die Probleme (Motor, Getriebe) in den Griff, dann ist viel möglich.

Mit dem Saisonstart werden Fragen beantwortet

Nach all den Neuerungen, den neuen Regeln, den neuen Fahrern und den Testfahrten, stehen derzeit noch viele Fragen im Raum. Fragen, die beantwortet werden wollen.

Spätestens, wenn die Motoren in Australien aufheulen werden diese dann beantwortet. Nicht mehr lange, dann ist die Jagd nach Siegen, Punkten und Titeln wieder eröffnet.

Der Formel-Eins-Kalender 2014