Stadien in Westfalen
Die Benteler-Arena in Paderborn - oft unterschätzt

(Foto: Schulte)
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Paderborn – Die Benteler-Arena in Paderborn gehört sicher zu den westfälischen Stadien, die am meisten unterschätzt werden. Wir stellen die Arena in unserer Serie "Stadien in Westfalen" einmal vor. 


Die Benteler-Arena

Eröffnung: Juli 2008
Baukosten rund 25 Millionen Euro
Kapazität: 15.000 Plätze, darunter 5.800 Sitzplätze
Eigentümer ist die Paderborner Stadion Gesellschaft mbH

Parkplätze?

Rund um die Arena sind zahlreiche Parkplätze vorhanden, ein Shuttle-Service verbindet den Bahnhof zudem mit dem Stadion und einigen etwas weiter entfernen Parkplätzen. Nach Abpfiff fließt der Verkehr in aller Regel einigermaßen zügig über den Autobahnzubringer zur benachbarten A33 ab.


Die Zeiten, in denen der alte TuS Paderborn Schloß Neuhaus im nicht minder alten Hermann-Löns-Stadion spielte, sind fast vergessen. Vorbei die Zeiten auf alten Holzplanken, unter den Überlandleitungen. Schluss mit den weiten Hintertorkurven, von denen aus man kaum das andere Ende des Platzes erkennen konnte. Das VIP-Zelt hinter dem Tor auf der anderen Seite. Die seltsam anmutende Brücke, über die die Spieler aufs Feld gelangten.

Vielleicht war es die wichtigste Entscheidung des Vereins, sich aus dem alten Stadion zu verabschieden und neu zu bauen. Es brauchte vier Jahre Diskussion, ehe ein Neubau wirklich politisch beschlossen war. Im Sommer 2005 begannen die Arbeiten. Weil der Bau ungestört und mit bewährten Fertigteilsystemen stattfinden sollte, hätte der SCP schon ab Frühjahr 2006 im neuen Stadion spielen sollen. 

Klagen von Anwohnern sorgten für einen langen Baustopp. Zwei Jahre lang ruhte der Baubetrieb in einem zu einem Drittel fertiggestellten Stadion. Ein Unikum im deutschen Fußball. Längst vergessen.

Im Sommer 2008 wurde die Arena als "paragon Arena" eröffnet - mit einem Freundschaftsspiel gegen Galatasaray Istanbul und wenige Tage später mit einer Partie gegen den BVB. 

 

Unterschätzteste Arena

Seit ihrer Eröffnung ist die heutige Benteler Arena Ziel des Spottes - vor allem aus den Kreisen der jeweiligen Gegner. Und tatsächlich biedert sich die Arena den Fans oder dem Auge nicht eben an. Es ist ein Zweckbau im einfachsten Sinn. Bis zur Selbstaufgabe auf Praktikablität und Wirtschaftlichkeit getrimmt. 

Aber das macht einen guten Teil ihres Charmes aus, von dem Paderborner Fans sicher mehr sagen könnten. Von allen Plätzen des Stadions bietet sich ein herausragender Blick auf Spielfeld - wortwörtlich. Weil die Stehränge erst meterhoch über dem Rasenniveau öffnen, gibt es kein Problem mit der Sicht. Zugleich sitzen Fans aber auch nah dran am Spielfeld. Das allein ist ein wichtiges Faustpfand, denn in einem Stadion muss der Fußball noch immer im Mittelpunkt stehen. 

Marketingvertreter würden das Fehlen von Logen beklagen. Aber auch das gehört eben zum SC Paderborn. Bequeme Sessel bietet die Haupttribüne trotzdem und wer nur zum "Business" ins Stadion geht, der schönen Kulisse wegen, der darf auch gerne wegbleiben. 

Ein bisschen ähnelt die Arena den Plänen des Mönchengladbacher Sportparks - nicht was Größe, Optik oder Bauart betrifft. Sondern den Verzicht auf Zirkus und Brimborium. Die Reduzierung auf das Wesentliche. Hier geht es um Fußball, nicht im Geschäft. 

Die Größe der Arena ist den realistischen Möglichkeiten des Klubs angepasst, so dass auch mit einer zur Hälfte gefüllten Arena kein Gefühl der Einsamkeit aufkommt. 

Einzig das seltsam hohe Dach mit den überraschend großen Rückwänden wirkt etwas deplatziert. Es ist aber der Möglichkeit geschuldet, später noch einige tausend Plätze mehr nachzurüsten. Eine Möglichkeit, die beim Klub derzeit aber nicht konkret angedacht ist. 

(Foto: Schulte)

 


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